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Kaum Requisiten brauchten die Darsteller (v. li.) Olaf Dröge, Michael Gleich und Josephine Volk, um den Jugendlichen an der Tölzer Südschule eindringlich die Folgen von Cybermobbing zu vermitteln.

Thetaergruppe Eukitea

Südschule bringt das Thema Mobbing auf die Bühne

Das Thema betrifft viele junge Leute. Entsprechend berührt und aufgerüttelt waren viele Mädchen und Buben, als jetzt die Theatergruppe Eukitea mit dem Stück „I like you“ an der Tölzer Südschule gastierte.

Bad Tölz – Vor Wut und Enttäuschung kochend, tigert Samira über die Bühne. Genau wie die Musik wird sie immer schneller. Plötzlich wird es still. Außer einem kurzen „Pling“ ist nichts mehr zu hören: Sie hat soeben ein Bild auf einer sozialen Plattform hochgeladen. Welche schwerwiegenden Folgen das für ihren Freund Luke haben wird, ist Samira noch nicht bewusst.

Mit nicht viel mehr Requisiten als einer weißen Leinwand, drei Bürostühlen und Handys fesselte die Theatergruppe Eukitea jetzt die Jugendlichen an der Tölzer Südschule mit dem Stück „I like you“. Die Darsteller überzeugten die Sechst- bis Achtklässler davon, die Gefahren des Internets nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

„Besonders Cybermobbing ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema“, sagte Schulleiter Christian Müller. Im Stück wird deutlich, dass Cybermobbing, also Mobben übers Internet, noch verheerender sein kann als „normales“ Mobbing, da die Täter fast immer anonym sind.

Seit 2010 beschäftigt sich Eukitea mit Problemthemen wie Mobbing, Integration und Umwelt. Zwei Gruppen reisen durch Deutschland und treten in Schulen und Kindergärten auf.

„Die Szene, in der sie sich wieder vertragen haben, hat mich besonders berührt“, sagte Schüler Dion Miftari über den bewegenden Schluss. Auch seine Mitschülerin Julia Stuckert hat viel mitgenommen: „Ich weiß jetzt, wie falsch es ist, unüberlegt Bilder zu veröffentlichen.“

Die Theatergruppe veranstaltete früher nur Schauspielworkshops an Schulen. „Dabei merkte man sofort, wenn es einen Mobbingfall in der Klasse gab. Das Klassenklima stimmt dann einfach nicht“, erklärt Schauspieler Michael Gleich. „Also haben wir angefangen, Theaterstücke dazu zu entwickeln.“ 

Sophia Leiß

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