Der Sylvensteindamm aus der Vogelperspektive: Heuer werden die umfangreichen Bauarbeiten fortgesetzt. Foto: WWA/A

Am Sylvenstein wird weiter gearbeitet - aber ohne Verkehrsstau

Lenggries - Der Sylvensteindamm war im vergangenen Jahr eine Großbaustelle. Demnächst gehen die Arbeiten weiter - allerdings ohne große Verkehrsbeeinträchtigungen.

Wenn ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamts (WWA) von einer Ortsbrust schwärmt, hat das nichts mit Erotik zu tun. Vielmehr geht es um Tunnelbau. Und die Vorarbeiten für diesen haben am Sylvensteindamm begonnen, wie Dr. Tobias Lang am Dienstagabend in der Jahresversammlung von „Rettet die Isar jetzt“ im Gasthaus Wieserwirt erläuterte.

Es ist der zweite Bauabschnitt der Modernisierung. Phase eins im vergangenen Jahr war ziemlich spektakulär: Auf dem Damm rückten bis zu 40 Meter hohe Maschinen an, die Zug um Zug eine neue Dichtwand in den Dammkörper einbrachten. Schaulustige und Expertengruppen pilgerten zu der Großbaustelle. Von den Arbeiten, die nun laufen, wird dagegen so gut wie nichts zu sehen sein. Denn eine Tunnelbohrmaschine frisst sich 40 Meter unterhalb der Dammkrone von der Sylvenstein- zur Hennenköpflseite durch Erde und Gestein.

Entstehen wird so ein 180 Meter langer Sickerwasserstollen mit einem Durchmesser von etwa 2,40 Meter. Der dient letztlich als Kontrollinstrument, gibt er doch Aufschluss darüber, ob irgendwo Wasser durch den Damm sickert. Ergänzt wird er im kommenden Jahr durch Drainagepfähle. „Das ist, als ob Sie einen Kamm von oben in den Damm drücken. In diesen Röhren sammelt sich dann das Sickerwasser“, sagte Lang.

Anders als 2012 gibt es heuer für die Autofahrer, die über den Damm wollen, keine Beeinträchtigungen - mit wenigen Ausnahmen: Um überhaupt erst einmal in die Tiefe zu kommen, in der der Tunnel entsteht, sind Sprengungen nötig. „Und wenn die gemacht werden, muss die Straße gesperrt werden - allerdings nur für etwa fünf bis zehn Minuten“, erläuterte der Ingenieur. Im Mai und Juni müssen sich die Fahrer auf diese kurzen Unterbrechungen einstellen. „Das ist aber wirklich kein großes Thema“, sagte Lang.

Lediglich beim Schulbusverkehr könnte es eventuell Probleme geben. Darüber werde man demnächst aber noch mit dem Lenggrieser Gemeinderat sprechen. (va)

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