Lärmverursacher: Ein am Kochler Bahnhof abgestellter Triebwagen vom Typ ET 425. Foto: ao

"Tag gegen Lärm": Anlieger machen mobil

Kochel am See - „Dieser Krach macht uns wahnsinnig.“ Die Lärmbelästigung durch Triebwagen am Kochler Bahnhof ist Anlieger Johannes Atze ein Dorn im Auge. Der "Tag gegen Lärm" soll aufrütteln.

Seit der Gründung der "Interkommunalen Lärmschutz-Initiative" (ILI) im Juli 2008 hat sich viel getan, sagt Atze. Er ist zweiter stellvertretender Vorsitzender in dem mittlerweile als gemeinnützig anerkannten Verein. Der Initiative mit Sitz in Oberhaching sind mittlerweile acht Kommunen und über 160 Mitglieder aus zwölf Städten und Gemeinden beigetreten. "Wir engagieren uns ehrenamtlich dafür, die Ursachen des Lärms zu beseitigen, um damit die Lebensqualität der betroffenen Anlieger zu verbessern", sagt der ILI-Vorsitzende Werner Litza.

Während am heutigen "Tag gegen Lärm" eine Reihe von Aktionen insbesondere an S-Bahnhöfen geplant ist, bleibt es in Kochel ruhig. Dennoch ist Johannes Atze guter Dinge. In voraussichtlich zwei Wochen liegt das 12.000 Euro teure TÜV-Gutachten zum Triebwagen ET 425 vor. Die roten Zuggarnituren, die seit fast sieben Jahren auf der Bahnstrecke nach Kochel eingesetzt werden, rauben insbesondere den Anliegern am Friedzaunweg den Schlaf. Atze geht davon aus, dass das Gutachten "schonungslos offenbart", warum das so ist. Die Züge wurden laut ILI vermutlich aus reinen Kostengründen nur für eine ständige Stromversorgung der wesentlichen Fahrzeugkomponenten konstruiert, woraus letztlich der Dauerbetrieb und die Probleme der Lärm- und Energieverschwendung resultieren. Die Klimaanlage und die Druckluftsysteme können weder nachts noch am Wochenende abgeschaltet werden, sonst funktionieren die Triebwagen nicht, sagt Atze. "Aber wir Anlieger müssen den Lärm aushalten." Sobald das Gutachten vorliegt, werde die Initiative Gespräche mit der DB Regio führen. (ao)

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