Peter Schneider Immobilienexperte

Wie teuer ist die "Schnecke"?

Bad Tölz - 2006 hätte ein Verkauf der "Schnecke" 9,2 Millionen Euro erbracht? Was würde das Gebäude heute kosten? Die DTK will's wissen und hat einen Gutachter beauftragt.

Wie hoch die Bürgschaft ist, mit der der Landkreis für die Schulden der DTK-Gruppe gerade steht, ist bekannt (38 Millionen Euro). Die Höhe des Schadens auch, für den der Landkreis direkt oder indirekt aufkommen muss (15 Millionen). Was aber im Moment niemand weiß, ist, welcher Gebäudewert dagegen steht. Darum beauftragte DTK-Geschäftsführer Bernd Angermann im Dezember den Wolfratshauser Immobilienmakler Schneider & Prell mit einer Berechnung der Marktwerte von Kasernenkaree, „Schnecke“ und angrenzenden Grundstücken.

Vorstand Peter Schneider hat inzwischen auch alle notwendigen Daten recherchiert und will sie nun zusammenfassen, um bis Ende nächster Woche der DTK eine gutachterliche Stellungnahme vorzulegen. Dabei ist dem Immobilienwirt klar, welche politische Brisanz seine Bewertung haben wird. „Ich hole mir dazu noch eine zweite und eine dritte Meinung ein.“

Während es für das Kasernengeviert bisher keinerlei Wertermittlung gibt, wurde im Frühjahr 2006 für die „Schnecke“ schon einmal ein solches Gutachten erstellt. Das sorgte damals für ein politisches Erdbeben. Denn der Marktwert wurde auf 9,2 Millionen Euro festgelegt – bei Baukosten von 17,2 Millionen Euro. Um die bilanzielle Überschuldung zu verhindern, musste der Landkreis umgehend sechs Millionen Euro zur DTK zuschießen.

Vor vier Jahren befand sich der Immobilienmarkt im Aufschwung, inzwischen dominiert die Krise. Kaum zu glauben also, dass der Verkaufspreis 2010 höher ausfällt als 2006, zumal Peter Schneiders Vater Johannes seit bald drei Jahren vergeblich versucht, die Erweiterung der „Schnecke“ und das ehemalige Kino zu vermarkten. Für letzteres fand sich immerhin ein Investor, der den Umbau in ein „Grünes Zentrum“ finanzieren würde.

Zu „Preisspekulationen“ will sich Peter Schneider grundsätzlich nicht äußern. Er pocht darauf, dass es auch jetzt Interessenten gibt, institutionelle Anleger vor allem, die Interesse an Objekten wie der „Schnecke“ haben. „Es ist natürlich immer eine Frage des Preises“, und der setze sich im Wesentlichen zusammen aus den drei Variablen Mieten, Instandhaltungskosten und Mindestverzinsung.

Komplizierter ist ein eventueller Verkauf des Gevierts, weil dort schon Flächen (Finanzamt, Polizei, Lebenshilfe) als Teileigentum verkauft wurden. Außerdem steht zur Diskussion, ob der Landkreis auch nach einem Verkauf das Gebäude mit einer um 50 Prozent überhöhten Miete subventionieren muss. (job)

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