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Adieu Frankreich!

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Umjubelter Einzug ins Halbfinale: Die deutsche Auswahl (Hubert Kiefersauer und Klaus Danner, re.) besiegt mit einem souveränen 10:3 die Equipe Tricolore, vertreten durch Christelle Kiefersauer-Mercier und Muriel Danner (li.). Die Französinnen spielten natürlich mit den blauen Spielern. Aber auch die Anfeuerung „Allez les Bleus!“ half nichts. fotos: Arndt Pröhl
Umjubelter Einzug ins Halbfinale: Die deutsche Auswahl (Hubert Kiefersauer und Klaus Danner, re.) besiegt mit einem souveränen 10:3 die Equipe Tricolore, vertreten durch Christelle Kiefersauer-Mercier und Muriel Danner (li.). Die Französinnen spielten natürlich mit den blauen Spielern. Aber auch die Anfeuerung „Allez les Bleus!“ half nichts. © Pröhl

Bad Tölz - Nichts ist es mit „Allez les Bleus!“: Frankreich unterliegt Deutschland klar am Tischkicker des Tölzer Kurier. Ausschnitte der Partie gibt's im Video:

Es war die mit Abstand emotionalste Begegnung in der Kurier-Arena. Laut, lustig, temperamentvoll – vom Anstoß bis zum Abpfiff. Ein Duell zwischen vier Ehepartnern, die trotz harter Zweikämpfe wieder gemeinsam nach Hause gefahren sind. Treffen die Prognosen vom Kurier-Tischkicker erneut zu, steht Deutschland nach der Partie heute Abend im Halbfinale – und Frankreich sitzt geknickt im Flieger.

Mit wehenden Fahnen – und zwar wortwörtlich – erscheinen die beiden deutsch-französischen Ehepaare aus Lenggries am Kickertisch. Hubert Kiefersauer und Karl Danner haben für diesen Anlass Deutschlandflagge und Fußballtrikot aus dem Schrank geholt und sich tagelang mental vorbereitet. Doch ihre Frauen, die Französinnen Christelle Kiefersauer-Mercier und Muriel Danner, stehen den Männern in nichts nach und haben die französische Fahne ausgepackt, die Tricolore.

Die Stimmung im Marktstraßen-Maracanã ist überragend. Anstoß um Punkt 18.30 Uhr, die Kugel rollt. Den Deutschen mag der Aufbau nicht sofort gelingen, sie finden ihren Rhythmus nicht. Keine zehn Sekunden sind gespielt, und die Französinnen brechen in frenetischen Jubel aus. 1:0. Doch die Antwort folgt sofort: Einwurf Kiefersauer. Gekonntes Dribbling – und der Servicetechniker am Sturmgestänge donnert die Kugel mit einem Präzisionsschuss ins französische Gehäuse und gleicht damit aus. „Wenigstens kein zu Null“, freut sich Hubert Kiefersauer. Der Ball rollt wieder. Nur Augenblicke später erhöht die „Equipe Tricolore“ auf 2:1. Kiefersauer-Mercier, die im Tor steht und für die französische Defensivarbeit zuständig ist, gelingt ein unhaltbarer Distanzschuss. Tormann Klaus Danner ist chancenlos.

Doch das Spiel nimmt eine Wende. Nach zwei weiteren Toren, eins davon ein Eigentor der bretonischen Torfrau, das Kiefersauer-Mercier mit einem gefluchten „Oh nein, merde“ quittiert, gelingt Klaus Danner mit einem schön herausgearbeiteten Spielzug das 4:2. „Sauber“, schreit Stürmer Kiefersauer aus vollem Halse. „Du bist ein Held.“

Nun geht alles ganz schnell, die Deutschen wirken entfesselt und dreschen eine nach der anderen Kugel in den französischen Kasten.  Tor um Tor fällt, Frankreich gerät immer stärker unter Druck, wankt und kann schließlich nichts mehr entgegensetzen. Oder doch? Mit einem „Attacke“ bäumen sich die Frauen ein letztes Mal auf und das 8:3 fällt. Deutschland reagiert hochkonzentriert, aber gelassen und erhöht auf 9:3. „Und jetzt Halbfinale“, schreit Klaus Danner. „Oh là là“ entgegnet Kiefersauer-Mercier resigniert. Sie weiß, hier ist nichts mehr zu holen. Nach einem weiteren Traumtor von der Mittellinie durch Kiefersauer, entscheidet die deutsche Auswahl das Achtelfinale in regulärer Spielzeit von vier Minuten für sich. Die Männer liegen sich in den Armen.

„Wir sind enttäuscht“, räumen die Französinnen ein. Kiefersauer springt seiner Frau bei. „Ja, sie hatten sich beide viel vorgenommen.“ Im gemeinsamen Autokorso verlassen die Mannschaften die Arena – mit einem versöhnlichen Vorsatz: „Wir trinken jetzt zusammen einen Pastis.“

Andreas Huber 

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