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Tölzer vor Gericht

Frau geschlagen: „Eifersucht und viel zu viel Alkohol“

Bad Tölz/Wolfratshausen – Weil er seine Ex-Freundin geschlagen hatte, wurde ein Tölzer jetzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Ein arbeitsloser Maurer (54) und eine arbeitslose Steuergehilfin (45) verbringen wie so oft einen Nachmittag im Tölzer Bürgergarten. Sie trinkt dann gern Wein, er bevorzugt Bier und Schnäpse. Zu vorgerückter Stunde geraten die zwei aneinander. Er schlägt ihr ins Gesicht, heftig genug, dass ihre Nase blutet. Wegen dieses Vorfalls, der sich am 7. Juli 2015 ereignete, wurde der ehemalige Tölzer kürzlich zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

„Es war so, wie es in der Anklageschrift steht. Es tut mir wahnsinnig leid“, räumte der Angeklagte ein. „Es war Eifersucht und wahnsinnig viel Alkohol im Spiel.“ Mit der Geschädigten verband ihn eine kurze Beziehung, die jedoch „schon ein, zwei Monaten zu Ende war“, als man sich im Bürgerpark „zufällig wieder getroffen“ habe. „Wenn ich Schnaps trinke, werde ich aggressiv und fahre ziemlich schnell aus der Haut“, so der Beschuldigte. Als seine Verflossene sich mit anderen Männern unterhalten habe, sei der Streit losgegangen.

Die 45-Jährige bestätigte die Version. „Ich habe mich mit anderen unterhalten. Dann ist er gekommen und hat mir eine geschmiert“, schilderte die Frau. Schon zuvor sei es gelegentlich zu Handgreiflichkeiten gekommen. „Da ist ständig irgendwas gewesen“, so die Geschädigte, die jedoch auch klarstellte, dass sie an einer Strafverfolgung ihres Ex-Freundes kein Interesse habe. „Wir hatten da schon unseren Spaß“, erzählte die Frau, die zum Vorfallszeitpunkt nach eigenen Angaben etwa zwei Flaschen Weißwein getrunken hatte. „Ich kann schon was einstecken. Ich hätte da kein Drama draus gemacht. Ich finde eher schlimm, dass er jetzt angeklagt ist.“

Beim Angeklagten, der zur Tatzeit knapp vier Promille Alkohol im Blut hatte, sei von „einer erheblichen Verminderung der Steuerungsfähigkeit auszugehen“, sagte ein Rechtsmediziner. „Das ist eine astronomische Alkoholkonzentration“, so der Gutachter, der dem Angeklagten eine Schuldunfähigkeit jedoch nicht attestieren mochte. Richter Helmut Berger verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die er zur Bewährung aussetzte. Strafverschärfend wertete das Gericht, dass der 54-Jährige erst vier Wochen vor der nun verurteilten Tat bereits wegen ähnlicher gelagerter Aktionen zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Berger: „Das hat offenbar keinerlei Wirkung entfalten können.“ rst

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