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Händler und Unternehmer in der Stadt haben im Moment keine richtige Interessenvertretung. Das soll sich ändern. 

Tölzer Unternehmer wünschen sich ein Sprachrohr

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Bad Tölz - Wolfratshausen hat die Unternehmervereinigung UWW, Geretsried die Industriegemeinschaft IGG. Und welche Interessensvertretung haben Gewerbetreibende und Unternehmer in Tölz? Keine. Das könnte sich aber bald ändern.

Seit einigen Monaten macht sich eine Runde von Unternehmern aus verschiedenen Branchen Gedanken darüber, wie eine gemeinsame Interessensvertretung aussehen könnte. Mit eingebunden in diese Gespräche sind der Gewerbeverein und der Kur- und Tourismusverein Gesundes Bad Tölz. Bei dessen Versammlung am Donnerstag kam das Thema am Rande zur Sprache.

„Mit den Strukturen, die im Moment da sind, ist keiner so recht glücklich“, sagt der Tölzer Wirtschaftsförderer Falko Wiesenhütter auf Anfrage. Der Gewerbeverein existiert im Moment eher auf dem Papier, die Werbegemeinschaft Aktive Tölzer ist – wenn überhaupt noch – eher eine Vertretung von Marktstandl-Betreibern. „Der Handel in der Innenstadt hat also auch keine Plattform“, sagt Wiesenhütter.

Er gab bei einigen Unternehmern den Anstoß, sich einmal an einen Tisch zu setzen. Den Prozess begleite er allerdings nur als Moderator. „Ein Unternehmer hat das mal als Geburtshilfe bezeichnet“, sagt der Wirtschaftsförderer. Greifbare Ergebnisse gebe es noch keine. „Die Unternehmerrunde ist sich aber einig, dass eine schlagkräftige Interessensvertretung, ein ,Sprachrohr‘ und eine Kooperationsplattform branchenübergreifend für die Tölzer Wirtschaft angestrebt werden“, sagt Wiesenhütter. Die Stadt solle Partner einer solchen Plattform sein, aber nicht Hauptakteur. „Das müssen die Unternehmer selbst sein. Nur dann funktioniert es.“

Tatsächlich geht es im Moment erst einmal darum, den Zweck, die gemeinsame Stoßrichtung einer derartigen Interessensvertretung zu definieren. Offen ist wohl auch die Frage, ob eine neue Organisation gegründet wird oder eine bestehende ihr Spektrum erweitert. Darüber denkt beispielsweise gerade der Kur- und Tourismusverein nach.

Der Vorstand sei bei den Wahlen vor einem Jahr angetreten mit dem Ziel, den Verein lebendiger zu machen. Das gehe vermutlich nur, wenn man sich für andere Branchen jenseits von Vermietern und Gastronomie öffne, erläuterte Zweiter Vorsitzender Dieter Pany in der Versammlung. Aber auch hier stecke man mitten in der Debatte. Dabei sei nichts tabu – auch nicht der Name des Vereins. „Wir haben bei unseren Gesprächen schon festgestellt, dass sich kein Unternehmer unter dem Begriff ,Gesundes Bad Tölz‘ eingruppieren will.“ Patrizia Zewe, Vorsitzende des Tölzer Kunstvereins und zum ersten Mal zu Gast bei der Jahresversammlung, konnte das gut nachvollziehen. „Ich habe auch gedacht, dass hier heute Abend lauter Ärzte sitzen.“ Vereinschef Hannes Zintel hatte im Vorfeld die Hoffnung gehabt, „dass wir heute schon weiter sind mit unseren Überlegungen. Aber hier muss ich einfach noch um ein bisschen Geduld bitten.“

Das gilt dementsprechend auch für das große Ganze. Geplant sei von der Unternehmerrunde, im Laufe des Jahres konkrete Ziele, Arbeitsfelder und eine mögliche Struktur zu erarbeiten, sagt Wiesenhütter.

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