Amtsgericht

Späte Einsicht, glimpfliche Strafe

Bad Tölz – Wegen fahrlässiger Körperverletzung musste sich eine 57-jährige Tölzerin nun vor Gericht verantworten. 

Eine kleine Unachtsamkeit hatte schmerzhafte Folgen. Als sie von der Arzbacher Straße kommend mit ihrem Pkw Richtung B 472 abbiegen wollte, übersah eine Tölzerin (57) im Juli eine Radlerin. Die 55-Jährige stürzte und zog sich dabei eine Jochbeinfraktur, einen Rippenbruch, einen Splitterbruch im Ellbogen und eine Hüftprellung zu.

Die Unfallverursacherin wurde mittels Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte sie Einspruch ein.

 Aus Sicht der Angeklagten war nicht klar, wie es überhaupt zu dem Unfall gekommen war. „Ich habe sie nicht gesehen“, erklärte die 57-Jährige, die keinen Zusammenstoß bemerkt haben will. „Sie ist ungefähr eineinhalb Meter vor dem Auto gestürzt.“ Aber das Fahrrad sei nicht sichtbar beschädigt gewesen. Und eine Kollision habe auch nicht stattgefunden.

„Man muss nicht zwangsläufig kollidieren. Es reicht, wenn man den Grund setzt für einen Unfall“, klärte Richter Helmut Berger auf. Die Geschädigte, die an jenem Nachmittag „nur kurz beim Bäcker ein Brot holen wollte“ und für den kurzen Weg auf einen Helm verzichte, hatte nur noch vage Erinnerungen an den genauen Ablauf. „Ich habe noch gedacht, hoffentlich sieht der Fahrer mich“ erzählte die Physiotherapeutin vor Gericht. „Da bekam ich auch schon einen Rumms in die Seite – vermutlich mit dem Außenspiegel.“ Dann habe das Denken erst wieder eingesetzt, als sie im Krankenhaus aufgewacht sei.

Durch die Verletzungen, die sie sich beim Sturz zugezogen hatte, sei sie noch heute bei ihrer Arbeit eingeschränkt. Schließlich sah die Angeklagte ein, dass ihr Fehlverhalten den Unfall verursacht hatte. Sie beschränkte ihren Einspruch gegen den Strafbefehl auf die Höhe der Geldstrafe und kam mit 450 Euro (30 Tagessätze zu je 15 Euro) glimpflich davon.  rst

Rubriklistenbild: © dpa

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