Die freie Landschaft zu genießen, ist für die meisten Tourengeher das schönste Erlebnis. Auf Ski-Pisten werden sie dagegen immer weniger gern gesehen. foto: archiv

Tourengehen auf Brauneck-Pisten verboten

Lenggries - Konflikte gab es immer wieder, jetzt ziehen die Bahn- und Liftbetreiber am Brauneck Konsequenzen. Das Tourengehen auf Skipisten ist bis auf Weiteres verboten.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) reagierte empört auf die Ankündigung, dass am Brauneck das Tourengehen auf Pisten verboten werden soll. Schließlich handele es sich um „freie Natur“, die jeder betreten darf.

„Es sind immer mehr Tourengeher geworden“, sagt Peter Lorenz, Geschäftsführer der Brauneck-Bergbahn. Und die Liftbetreiber hätten sowohl eine Verkehrssicherungspflicht gegenüber den Skifahrern als auch gegenüber Tourengehern, die über die Pisten laufen. „Deshalb haben wir ein Rechtsgutachten machen lassen, das aber noch gerichtlich bestätigt werden muss.“ Das besagt, dass Skipisten Sportstätten sind, über die der jeweilige Liftbetreiber Hausrecht besitzt. Runterfahren dürfen die Tourengeher natürlich nach wie vor. „Da haben wir nix dagegen“, sagt Lorenz. Nur als „Geisterfahrer“ - also von unten nach oben - dürfen sie nicht mehr unterwegs sein.

Einen schweren Unfall hat es am Brauneck mit Tourengehern noch nicht gegeben, „gottseidank“, sagt Sepp Bergmayr von der Lenggrieser Bergwacht. Einmal, vor ein paar Jahren, wäre es fast zu einem Zusammenstoß gekommen. Ein Skifahrer streifte einen Tourengeher, beide wurden leicht verletzt. „Aber es ist ein Trend geworden, an einem schönen Tag sind bis zu 1000 Skiwanderer am Brauneck unterwegs“, sagt Bergmayr. Da habe man sich einfach Gedanken machen müssen. Derzeit gebe es einen Testlauf, eine Alternativroute in Wegscheid. „Die wird schon ganz gut angenommen“, sagt der Bergwacht-Bereitschaftsleiter. Da der Tourengeher bei einer Kollision mit einem Skifahrer meist die schlechteren Karten hat - der Skifahrer habe Helm, Rückenprotektor und dergleichen - „sollte er in seinem eigenen Interesse die Piste meiden“.

„Schade“ findet Franz Perchtold, selbst Skitouren-Führer, die Sperrung. Aber er habe auch Verständnis für die Bergbahn. „Sie ist in Haftung und hat erstmal nichts von den Tourengehern.“

Auch interessant

Kommentare