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Geschichte für die Enkelkinder geschrieben

Überraschungsbesuch vom Weihnachtsmann

Alle Jahre wieder schreibt Gisela Volckmann aus Lenggries eine Weihnachtsgeschichte für ihre Enkelkinder. Ihre Geschichte heuer trägt den Titel:  Überraschungsbesuch vom Weihnachtsmann.

Ganz oben im Norden von Europa gibt es nur wenige Städte und viele alleinstehende Häuser. Dort im Norden ist es üblich, dass an Weihnachten der Weihnachtsmann dem Christkind hilft, Geschenke an liebe Menschen zu verteilen. In einem kleinen Häuschen wohnt eine Familie, Mama, Papa und die Kinder Mia und Fred. Sie leben sehr einfach, denn sie haben nicht viel Geld. Aber sie sind glücklich in ihrem gemütlichen kleinen Häuschen.

Am Morgen des Heiligen Abends sagt Papa zu Fred. Lass uns in den Wald gehen und einen Tannenbaum holen. Die beiden stapfen durch den tiefen Schnee. Papa hat eine Säge und Fred einen Rucksack mit heißem Tee dabei. Als sie endlich am Waldrand angekommen sind, schauen sie sich um, welchen Baum sie nehmen wollen. Sie sehen ein kleines Bäumchen, das am Stamm von Tieren angenagt war und entscheiden sich lieber für ihn, als für einen unbeschädigten Baum. Gemeinsam tragen sie ihn nach Hause, wo sie schon von Mia und Mama sehnsüchtig erwartet werden. Die beiden haben Schmuck für den Baum vorbereitet. Die Mutter hat kleine rote Äpfel, die sie als Wintervorrat haben, eingefettet und blank poliert. Sie werden anstatt Christbaumkugeln aufgehängt. Mia hat das ganze Jahr über verschiedene schöne Papiere gesammelt und sie jetzt in dünne Streifen geschnitten, damit sie diese als Lametta verwenden können. An selbst gesammelten Tannenzapfen haben sie Haken befestigt, um sie aufhängen zu können. Mama holt die schönen alten Kerzenhalter aus Messing, die noch aus ihrer Kindheit stammen und weiße Wachskerzen. Die Kinder dürfen den Baum schmücken, der Vater hackt Holz, damit sie nach dem Essen den offenen Kamin anzünden können und es am Abend mollig warm haben. Die Mutter bereitet das Essen vor. Es gibt ein einfaches, aber wohlschmeckendes Gericht. In einem großen Kochtopf, von dem leider ein Henkel abgebrochen ist, kocht sie Hühnerfleisch mit Möhren und Kartoffeln.

Um 18 Uhr zündet Papa die Kerzen am Baum an, und läutet mit einem Glöckchen den Heiligen Abend ein. Andächtig bewundern sie ihren ganz besonderen Weihnachtsbaum. Als sie gerade das Lied anstimmen „Fröhliche Weihnacht überall….“ rumpelt und poltert es, so dass alle erschrecken und aufhören zu singen. Papa ruft: „Der Kamin! Was ist mit dem Kamin!“ Da tauchen im Kamin zwei schwarze Stiefel auf. Dann etwas rotes. „Das ist doch… der Weihnachtsmann!“ ruft Fred. Papa und Fred ziehen an den Stiefeln und helfen dem Weihnachtsmann aus dem Kamin. Da sitzt er nun auf dem Schaffell vor dem Kamin, wischt sich Ruß und Asche aus den Augen und vom Bart und fängt an, laut zu lachen. Mia und Mama können noch gar nicht glauben was sie sehen. „Bist Du echt der Weihnachtsmann?“ ruft Mia. „Ich glaube ich träume“ ruft Mama. Sie setzen sich alle zu dem Weihnachtsmann auf den Boden und schauen ihn mit fragenden Augen an.

„Mir ist etwas Merkwürdiges passiert“, erzählt der Weihnachtsmann. „Stellt Euch vor, ich sitze auf meinem großen Schlitten, der von 4 Rentieren gezogen wird. Damit ich schneller vorwärts komme, nutzte ich meine Fähigkeit, mit meinem Gespann durch die Lüfte zu fliegen. Am Heiligen Abend habe ich es natürlich besonders eilig. Ich trieb meine Rentiere zur Eile an: „Beeilet Euch, seid schnell wie der Wind, es wartet auf uns so manches Kind!“ Und da zogen die Rentiere so richtig an. Als sie einer großen Schneewolke ausweichen wollten, machten sie eine scharfe Kurve – und Schwupp – bin ich vom Schlitten gerutscht, eine Windböe erfasste mich und ich segelte hinunter, direkt auf ein Hausdach zu mit einem großen Kamin und schwupp bin ich da hinein gerutscht. So, und jetzt bin ich da – ganz ohne Geschenke und ziemlich schmutzig.“ Der Weihnachtsmann hält sich sein Bäuchlein vor Lachen und die ganze Familie stimmt mit ein.

„Das hätte ich nicht gedacht, dass wir den Heiligen Abend mit dem Weihnachtsmann feiern“ schmunzelt Papa. „Dann muss ich nicht so laut mitsingen“ sagt Fed fröhlich. „Darf ich mal an Deinem Bart ziehen, ob der echt ist?“ fragt Mia. Und Mutter freut sich „Ich habe viel zu viel gekocht, da ist es gut, wenn wir noch einen Gast haben“. „Lasst uns jetzt das Weihnachtslied singen, das Ihr begonnen habt, als ich hier landete“, schlägt der Weihnachtsmann vor. Und sie singen alle Weihnachtslieder, die sie kennen. Der Weihnachtsmann mit seiner dunklen, leicht krächzenden Stimme weiß sogar immer den richtigen Text, auch wenn sie die dritte Strophe eines Liedes singen.

Normalerweise liest Mama immer die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesus vor. Heute liest sie der Weihnachtsmann vor – und Mama kann auch mal zuhören. Als danach Papa das Holz im Kamin anzündet, meint der Weihnachtsmann schmunzelnd „bloß gut, dass der Kamin noch nicht an war, als ich hinein gefallen bin!“ Nun setzen sich alle an den Tisch. Mama hat Schwierigkeiten, den heißen Topf mit dem Essen auf den Tisch zu stellen, da ein Henkel fehlt. Alle lassen es sich schmecken. „Danke für das köstliches Mahl“ bedankt sich der Weihnachtsmann während des Essens „und ich habe nicht einmal ein Säckchen mit Süßigkeiten für Euch dabei, weil alles auf dem Schlitten festgeschnallt war – nur ich nicht“. Aber Mamas selbst gebackenen Lebkuchen und Weihnachtsplätzen schmecken so köstlich, dass keiner etwas vermisst.

Nach dem Essen geht es daran, die Geschenke auszupacken, die unter dem Weihnachtsbaum liegen. Nachdem Mama und Papa dachten, bestimmt wird der Weihnachtsmann hier draußen in das einsam gelegene Häuschen keine Geschenke bringen können, hatte Mama fleißig genäht, und gestrickt und Vater hatte fleißig gebastelt, so dass jeder ein Geschenk auspacken konnte. Mia war entzückt über ein hübsches rosa farbenes Puppenkleid. Sie wünscht sich so lange schon eine Puppe mit einem schönen rosa Kleid. Jetzt hat sie wenigstens schon das Kleidchen. Fred ist begeistert von den Holzschienen, die Papa gebastelt hat. Vielleicht gibt es nächstes Jahr dann einen Zug dazu, hofft er und nimmt Tannenzapfen vom Baum, hängt sie aneinander und zieht sie wie ein Zug über seine Schienen. Für Papa hat Mama einen schönen warmen Schal und passende Handschuhe gestrickt. Mama bekommt einen wunderschönen handgeschnitzen Kerzenhalter mit einer roten Kerze darin.

Noch lange sitzen sie am Kamin und erzählen sich Geschichten. Alle sind glücklich. Als es Zeit wird zu Bett zu gehen, verabschieden sich die Kinder vom Weihnachtsmann mit den Worten, dass es der schönste Heilige Abend sei, den sie erlebt haben und gehen schnell ins Bett, denn der aufregende Tag hat sie müde gemacht. Der Weihnachtsmann fragt, ob es eine Möglichkeit gibt, in der Umgebung des Hauses Lichter aufzustellen, damit die Rentiere ihn finden können. „Lichter in Form eines Kreuzes aufgestellt ist immer ein Signal, damit die Rentiere wissen wo sie mich suchen müssen, wenn ich mal verloren gehe“, erklärt er. Es sei nicht das erste mal, dass er vom Schlitten gefallen sei. Papa holt sämtliche Fackeln, die er besitzt und gemeinsam stellen sie diese als Kreuz im Schnee auf und zünden sie an. „Ob sie ihn wohl finden“ überlegen Mama und Papa“. „Lange wird es nicht dauern, dann geht die Reise weiter“, denkt der Weihnachtsmann.

Da sie kein Bett für den Weihnachtsmann haben, bereitet Mutter ein Lager vor auf dem Schaffell vor dem Kamin. Die Kissen von der Bank und eine Wolldecke dienen als Bettzeug. Mama und Papa gehen nun auch zu Bett und sind gespannt auf den nächsten Morgen.

Am Morgen werden Fred und Mia ganz früh wach, denn sie wollen dem Weihnachtsmann als erstes einen guten Morgen wünschen. Leise tapsen Sie in den Wohnraum. Aber da liegen Kissen und Decke auf dem Schaffell. Vom Weihnachtsmann keine Spur. Draußen ist es noch stockdunkel. Nur der Sternenhimmel und der Schnee erhellen die Umgebung. Sie schauen auch um das Haus herum. Aber er ist nirgends zu finden. Mama und Papa hören, dass die Kinder wach sind und kommen heraus. „Der Weihnachtsmann ist weg!“ rufen die Kinder. Die Fackeln des Lichterkreuzes sind erloschen. Fröstelnd schaut Mama in den Sternenhimmel. Plötzlich ruft sie „schaut, eine große Sternschnuppe – es sieht aus, als ob sie in unsere Richtung fliegt.“ 

Dann hören alle ein Glöckchen klingen und die Stimme des Weihnachtsmannes aus der Ferne „Frohe Weihnacht Euch allen“. Sie fassen sich an den Händen und gehen wieder in das Haus. Da rufen die Kinder wie aus einem Mund „da liegen ja Geschenke unter dem Weihnachtsbaum“. Mama sagt zu Papa „zwick mich, damit ich weiß, dass ich nicht träume“. Auf den Geschenken stehen Namen. Mia juchzt „eine Puppe mit richtigen Haaren, sie kann sogar die Augen auf und zu machen!“ Fred kann es kaum glauben, in dem Päckchen ist eine Holzeisenbahn, eine Lokomotive mit 5 Güterwagen. Sofort lädt er die Tannenzapfen, die ihm am Abend zuvor einen Zug ersetzt haben, in die Waggons. Papa hat ein schweres Paket auszupacken. Darin befindet sich ein Werkzeugkasten mit verschiedenen Werkzeugen. „Super, dann kann ich endlich das Dach reparieren!“ Vor lauter Schauen denkt Mama gar nicht daran, ihr Päckchen auf zu machen. „Mama, mach doch endlich dein Geschenk auf“, bettelt Mia. Als darin ein großer glänzender Kochtopf – natürlich mit zwei Henkeln zum Vorschein kommt, müssen alle herzlich lachen, denn der Kochtopf ist gefüllt mit vielen bunten Wollknäulen. „Dann ist das Weihnachtsfest nächstes Jahr schon gesichert. Mama kann etwas Leckeres kochen und uns schöne Sachen stricken“ mein Papa. Mama entdeckt an einem der Henkel des Kochtopfes ein kleines Schächtelchen, das daran festgebunden ist. Sie öffnet es und staunt. Es ist eine Kette mit einem goldenen Sternanhänger. Ein kleiner Zettel liegt dabei auf dem geschrieben stand „Danke für alles. Es war ein wunderschöner Heiliger Abend bei Euch, den ich nie vergessen werde!“ „Wir auch nicht“ sagen alle vier wie aus einem Mund.

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