Für das Kasernenareal hat der Gemeinderat eine Veränderungssperre erlassen. Die schließt eine Zwischennutzung eigentlich aus. Allerdings hält der Investor den Erlass für nichtig. Foto: arp/a

Unerlaubte Nutzung: Kasernen-Investor ärgert Gemeinde

Lenggries - Für den einen sind es nur ein paar abgestellte Wohnmobile, für den anderen ein Anlass zum Ärgern. Die unerlaubte Zwischennutzung der Lenggrieser Kaserne stößt jedenfalls auf Kritik.

Ob Dreharbeiten oder Vermietung von Lagerflächen: Zwischennutzungen des Kasernenareals hat die Gemeinde Lenggries stets vehement abgelehnt. Man erinnere sich nur an die Dreharbeiten für den Kinofilm „Kein Bund fürs Leben“, als sich die Gemeinde standhaft weigerte, das Wasser für die Toiletten aufzudrehen. Zu groß waren stets die Befürchtungen, dass man aus einer vorübergehenden Nutzung eine permanente ableiten könnte. Noch einmal dokumentiert hat die Gemeinde das mit dem Beschluss, für das Areal eine Veränderungssperre zu erlassen. Dass die Projektgesesellschaft Action Sports S.a. Teile des Areals nun trotzdem vermietet hat, kommt daher nicht unbedingt gut an.

Konkret geht es um die Vermietung von Stellflächen für Wohnmobile und Baufahrzeuge. „In der intensivsten Phase wurden auf drei Prozent der Gesamtfläche 27 Fahrzeuge abgestellt“, so Action Sports in einer schriftlichen Stellungnahme. Die regelmäßig an der Straße parkenden Holztransporter hätten mit der Kaserne nichts zu tun. Die Nutzung hört sich im ersten Moment nach einer Kleinigkeit an: Aber wenn man sich schon jetzt nicht an die Vorgaben halte, „wie soll denn der Gemeinderat da Vertrauen in den Investor haben?“, fragt Bürgermeister Werner Weindl. Als er von der Zwischennutzung erfuhr, informierte er das Landratsamt. „Wir haben da keinerlei Befugnis. Da muss das Kreisbauamt entscheiden, was passiert“, erklärt der Rathauschef. Das habe den Baukontrolleur hingeschickt, „darüber habe ich aber noch keine Information“.

Von Seiten der Projektgesellschaft hat man einige Erklärungsversuche, warum man sich für die Zwischennutzung entschieden hat. So habe man eine „unregelmäßige Belebung auf dem Gelände“ erreichen wollen, um dem „wahrscheinlich durch Lausbubenstreiche entstandenen Vandalismus Einhalt zu gebieten, was auch gelungen ist“.

Zudem halte man die erlassene Veränderungssperre sowieso für nichtig. Nicht zuletzt deshalb habe man eine Normenkontrollklage dagegen eingereicht. „Und wir halten die Zwischennutzung für baurechtlich zulässig, weil die entsprechenden Flächen auch von der Bundeswehr schon immer als Kfz-Abstellflächen genutzt wurden“, so der Investor.

Dennoch will sich die Projektgesellschaft nicht unnötig mit der Gemeinde anlegen und ist um eine „Konsenslösung“ bemüht. Deshalb werde man, „wie der Gemeinde bereits mitgeteilt, die Zwischennutzung baldmöglichst aufgeben, was größtenteils bereits umgesetzt ist“. Ausgenommen davon ist lediglich der Sportplatz, den der Turnverein ab sofort unentgeltlich wieder nutzen kann. (Veronika Wenzel)

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