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Ein Zug hat heute gegen 15 Uhr einen Traktor auf einem Bahnübergang in Ried gerammt.

Unglück bei Kochel: Traktorfahrer übersieht Zug

Ried/Kochel am See - Ein Zugunglück hat sich am Mittwoch gegen 15 Uhr in Ried bei Kochel am See ereignet. Ein Zug rammte auf einem unbeschrankten Bahnübergang einen Traktor. Der 48-jährige Fahrer wurde schwer verletzt.

Warum es zu dem Unfall kam, konnte bis gestern Abend nicht eindeutig geklärt werden. Fakt ist, dass der Landwirt (48) gegen 15 Uhr mit seinem Traktor samt Anhänger, auf dem mehrere Ballen Heu geladen waren, den unbeschrankten Bahnübergang in Ried überqueren wollte. Dabei übersah er den Zug, der aus Richtung Kochel kam. „Der Lokführer konnte noch eine Vollbremsung einlegen, aber den Zusammenstoß nicht mehr verhindern“, sagte der Kochler Polizeichef Steffen Wiedemann an der Unfallstelle.

Der Traktor wurde nach rechts die Böschung hinuntergeschleudert, der Fahrer eingeklemmt. „Er ist schwer verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr“, sagte Wiedemann. Die Feuerwehren aus Ried, Kochel, Benediktbeuern, Penzberg und Iffeldorf waren rasch zur Stelle, ebenso BRK und Polizei.

Nach der Bergung wurde der Mann aus Ried mit dem Hubschrauber ins Unfallkrankenhaus nach Murnau geflogen. Zum Zeitpunkt des Unglücks saßen zehn Menschen im Zug. Der Zugbegleiter (26) wurde bei dem Aufprall verletzt, der Lokführer (50) hat einen Schock.

Zugunglück in Ried bei Kochel am See

Fachkräfte der Iffeldorfer Feuerwehr und Mitarbeiter der Bahn, die rasch zur Stelle waren, mussten die Oberleitung erden, um weitere Gefahr für Passagiere und Retter abzuwenden. Erst dann konnten die Reisenden die Unfallstelle verlassen. Sie wurden vom BRK medizinisch versorgt. „Es hat einen ganz schönen Rumms getan“, sagte ein Fahrgast aus Kochel. „Dann ist der Strom ausgefallen.“ Er berichtete weiter, dass der Zugbegleiter aus dem Zug gesprungen sei, um nach dem Landwirt zu schauen. Dieser war ansprechbar. „Als wir erfahren haben, dass er lebt, waren wir alle unglaublich erleichtert.“

Die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle sind zeitaufwändig, sagte ein Mitarbeiter der Bahn. Nach der Bergung des Traktors muss der Zug mit einem Spezialfahrzeug weggeschleppt werden. Dann werden Mast und Oberleitung repariert. Ob am Donnerstag schon wieder ein Zug fahren könne, sei schwer abzuschätzen, so der Bahnmitarbeiter.

Christiane Mühlbauer

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