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Wie geht es weiter mit dem Verdi-Areal in Kochel? Bis zum Frühjahr soll anschauliches Planmaterial vorliegen.

Verdi-Areal  

Keiner will eine Hängepartie

Ungefähr 14 Monate ist das Verdi-Areal jetzt im Besitz des neuen Eigentümers Thomas Gerl aus Straubing. Intern hat er erste Ideen vorgestellt. Entscheidende Schritte weiter ist man aber noch nicht.

Kochel am See – Im Juni jährt es sich zum fünften Mal, dass die Dienstleistungsgesellschaft Verdi ihr wunderschön gelegenes Seminarhaus mit 1,4 Hektar Umgriff an den Unternehmer Bert Bleicher veräußerte. Der ließ den Grund liegen, spekulierte und machte, als er zu Jahresende 2015 weiterverkaufte, bestimmt seinen Schnitt. Auch wenn er selbst von „bei Vollkostenbetrachtung von Plusminus Null“ sprach. Bleicher hatte keine Hotelerfahrung. Der neue Eigentümer, Thomas Gerl, der mit einem Partner im Hintergrund zusammen die Immobilie umbauen und entwickeln will, hat sie. In Straubing hat er aus dem früheren Offizierscasino, einem denkmalgeschützen Haus aus der Gründerzeit, das Asam-Hotel mit 140 Betten gemacht. Betrieben wird es von der Familie Sennebogen. Letztere ist im Eishockey (Straubinger Tigers) sehr aktiv, wo auch Thomas Gerl Gesellschafter ist.

Zurück zum Kochler Verdi-Haus, das Gerl „auf Anhieb gefiel“. Man müsse aber viel Energie reinstecken. In der Tat seien im vergangenen Jahr viele Gespräche geführt worden, sagt der Kochler Bürgermeister Thomas Holz auf Anfrage. Zu Jahresende 2016 sei Gerl auch, wie er es angekündigt hatte, im Rathaus vorstellig geworden, um dort „erste Überlegungen und Skizzen“ vorzustellen. Diese seien aber, so der 40-jährige Gemeindechef, „noch nicht so ausgereift gewesen, dass eine Vorstellung vor dem Gemeinderat sinnvoll gewesen wäre“. Man sei so verblieben, dass die Überlegungen konkretisiert und bis zum Frühjahr in anschauliches Planmaterial umgesetzt werden solle.

Nein, sagt Holz auf Nachfrage, er gehe nicht von einer weiteren Hängepartie wie bei Bleicher aus. Die wolle keiner im Gemeinderat, wo aber die Nachfragen drängender werden, wie Holz sagt. Im Bauausschuss erstatte er im nichtöffentlichen Teil jeweils Bericht. Zu den gezeigten Skizzen äußerte sich Holz sehr zurückhaltend: „Da müssen wir uns langsam herantasten.“

Wer wird denn das neue Kochler Vorzeigehotel künftig führen? Holz weiß es nicht. Nach seinem Kenntnisstand sei das noch nicht geklärt und finden dazu Gespräche statt.

Ein Ausfluss aus den bisherigen Vorgesprächen ist, dass der Bebauungsplan in jedem Fall geändert werden muss. Holz räumt ein, dass das noch unter der Federführung von Verdi entstandene Planwerk einige Schwächen hat, was die Anordnung der Gebäude und die Wirtschaftswege betrifft.

In Bad Tölz arbeitet die Stadt mit dem – umstrittenen – Instrument der Quersubventionierung, um Hotelansiedlungen zu fördern. Hotelbau durch Wohnungsbau zu finanzieren, hält Holz „für schwierig“. Um gegenüber dem Nachbarn Tirol konkurrenzfähig zu bleiben, sei es aber nötig, dass der Tourismus auf Länder- und Bundesebene gefördert werde.

In Österreich werden Hotelbauten übrigens tatsächlich mit zinsverbilligten Darlehen und durch Zuschüsse der Bundesländer gefördert. Auch sind die Genehmigungsverfahren bei Hotelbauten in der Alpenrepublik verkürzt.

Christoph Schnitzer

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