BR verfilmt Leben von Walchenseerin

In ihrem dritten Beitrag für die Reihe "Lebenslinien" zeichnet die Filmautorin Gabriele Dinsenbacher das Bild einer ungewöhnlichen Frau, der Anna Werner vom Walchensee.

Aufgewachsen im Cafe Bucherer, Tochter einer ebenso ungewöhnlichen wie urbayerischen Wirtin und eines norddeutschen Malers. "Ich wollte immer fliehen und war immer hin- und hergerissen zwischen hier und den anderen Welten", beschreibt Anna Werner ihren lebenslangen Zwiespalt. Sie kann vom See nicht lassen, "wie in einer goldenen Fessel" fühlt sie sich.

Als Madl schaut sie den Bauern das Musizieren ab. Mit der Kamera zieht Anna allein durch Mexiko, eineinhalb Jahre lang. Dann nimmt sie die jüngere Schwester Frauke mit.

Der mexikanische Präsident ist so begeistert von ihrem Jodeln und Hackbrettspiel, dass er ihnen ein Empfehlungsschreiben mitgibt. 1967, im "Sommer der Liebe", landen die Schwestern in Kalifornien. "In ihnen spiegelt sich viel, was da mit Kommunen und Flowerpower los war", sagt die Uffingerin Dinsenbacher, die diese Szenen mit "Wild thing" und "Stairway to heaven" unterlegt. "Wir haben geglaubt, wir werden erleuchtet", erinnert sich Anna an ihre Hippiezeit, in der sie auch für verwundete Vietnam-Soldaten singt.

Durch Frauke lernt Anna Rainer Langhans kennen. Nach dessen Trennung von Uschi Obermeier versucht sie ihr Glück bei dem philosophierenden Asket, der sie "wie ein Virus infiziert". "Für Frauen ist es eine große Faszination, Mönche verführen zu wollen", sagt er in die Kamera.

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