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Vorher Hang, nachher Teich

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Nachher: Der Speicherteich ist fertiggestellt, aufgenommen am 31. Oktober.
Nachher: Der Speicherteich ist fertiggestellt, aufgenommen am 31. Oktober.

Lenggries - Der Speicherteich am Brauneck ist fertiggestellt, künftig soll mit einer Füllung die Beschneiung einer ganzen Saison gesichert sein. Eine Hürde gibt es aber noch.

100 Millionen Liter Wasser passen in den neuen Teich am Garland. Etwas weniger als ein Drittel davon wird nun im Zuge eines „Probestaus“ eingelassen – um unter anderem die Dichtigkeit und Stabilität des künstlichen Beckens zu prüfen. Eine „Routinesache“, erklärt Peter Lorenz, Chef der Brauneckbergbahn, die das Zwei-Millionen-Euro-Projekt angepackt hat. Mit einer Füllung des Teichs will die Bergbahn über die Saison kommen. Wird zunächst nur das vordere Brauneck beschneit, so wird die Bergbahn demnächst auch in das Genehmigungsverfahren für die Beschneiung des Hinteren Brauneck einsteigen. „Der Teich ist dafür vom Volumen her schon groß genug angelegt“, so Lorenz. Damit das Wasser des kleinen Sees in rund 1300 Metern Höhe im Winter nicht einfriert, pumpen zwei Kompressoren Luft in Schläuche, die am Boden des Teichs verlaufen und zahllose feine Löcher haben. Die sprudelnden Luftblasen verhindern das Einfrieren. Bevor jedoch der Beschneiungsbetrieb beginnen kann, muss das Bauwerk mit maximal 15 000 Quadratmetern Wasseroberfläche ersteinmal technisch abgenommen werden. Das passiert im Laufe der kommenden Wochen.

Spektakuläres aus der Bauphase hat Lorenz nicht zu vermelden. Zeit- und Kostenrahmen wurden eingehalten, besondere Vorfälle oder gar Unglücke gab es nicht. „Nur der Regen hat uns gefuchst, da hat es oft sintflutartig geschüttet“, so Lorenz. Wer die gewaltigen Muldenkipper in steilstem Gelände auf wegrutschendem Kies im Einsatz erlebt hat, versteht die Erleichterung Lorenz’ über den guten Ausgang. Beauftragt hatte die Brauneckbergbahn die Tiroler Firma Geo-Alpinbau aus Tirol. „Die Bauabnahme findet durch einen anerkannten privaten Sachverständigen statt“, erklärt Cornelia Breiter, im Tölzer Landratsamt zuständig für Wasserrecht. Die Abnahme zeige auch, welche Abweichungen von den Plänen es letztlich gibt. „Während des Baufortschritts gab es aus verschiedenen gründen immer wieder kleine Änderungen, die natürlich eng mit uns und dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen wurden“, so breiter. In den endgültigen Plänen muss der Speicherteich schließlich so dokumentiert sein, wie er tatsächlich gebaut wurde. Schwierig ist das nicht, dann der bau wurde in nahezu täglichem Turnus von einem Heer von Gutachtern und Sachverständigen begleitet, die den Fortschritt der Maßnahme überwachten. Das Wasser für die Beschneiung werde derzeit aus dem Tal nach oben gepumpt. „Später soll sich der Teich auch mit Oberflächenwasser füllen, das dort anfällt“, sagt Breiter. Der Speicherteich werde 70 Propeller-Schneekanonen speisen. Laut Lorenz im Schnitt an einem Dutzend Tage pro Saison.

Jens Hendryk Dässler

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