+

Amtsgericht

Zwei Promille, drei demolierte Autos

Ein 20-Jähriger muss für seine Trunkenheitsfahrt 700 Euro Geldstrafe zahlen und 14 Monate seinen Führerschein abgeben. 

Wackersberg/Wolfratshausen Gleich drei fremde Autos demolierte ein junger Mann aus Bad Heilbrunn (20), als er sich im Dezember vorigen Jahres mit zwei Promille hinters Steuer seines Audi setzte. Nun wurde der Auszubildende wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs vom Jugendgericht zu 700 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem muss der junge Mann 14 Monate auf seinen Führerschein verzichten.

Nach der Arbeit habe er bei einem Freund „geschätzt sieben Halbe, aber in sehr kurzer Zeit“ getrunken, erklärte der Angeklagte in der Verhandlung am Amtsgericht Wolfratshausen. Gegen 21 Uhr sei er heimgefahren. „Ich war mir nicht im Klaren darüber, was ich da mache“, zeigte sich der junge Mann schuldbewusst. „Ich habe nur den Drang gehabt: Ich will jetzt heim.“

Die Fahrt endete abrupt im Wackersberger Weiler Glaswinkel. Dort kam der 20-Jährige mit seinem Auto nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen am Straßenrand abgestellten Ford. Der wiederum schob sich auf einen vor ihm parkenden Polo, der zu guter Letzt noch einen Mercedes anschubste. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden in Höhe von insgesamt 7200 Euro.

„Ich habe mich gleich bei den Betroffenen gemeldet und gesagt, dass ich in die Autos reingefahren bin“, sagte der Beschuldigte.

Verteidiger Jürgen Wefelscheid schärfte seinem Mandanten ein: „Auto und Alkohol gehen nicht zusammen, auf keinen Fall!“ Dennoch appellierte er an das Gericht, hinsichtlich des drohenden Führerscheinentzugs Milde walten zu lassen und dem Angeklagten zu erlauben, wenigstens weiterhin Traktor fahren zu dürfen. „Ich meine, diese Ausnahme wäre möglich“, so der Rechtsanwalt, der die Folgen des Traktorverbots als „unverhältnismäßig“ einschätzte. Der 20-Jährige hat inzwischen ein einjähriges Abstinenzprogramm begonnen. Er beteuerte: „Tut mir furchtbar leid, der ganze Schmarrn.“

Für den Antrag seines Verteidigers sah das Gericht zwar „nachvollziehbare Gründe“, eine einzelne Fahrklasse auszunehmen, sei jedoch allein rechtlich schon nicht möglich, erklärte Jugendrichter Urs Wäckerlin. Aus seiner Sicht sprachen zudem der erhebliche Fremdschaden sowie der hohe Alkoholpegel, der deutlich über den 1,1 Promille liegt, die der Gesetzgeber als Grenze zu absoluten Fahruntüchtigkeit festgelegt hat, dagegen. „Wir haben es hier mit einer ganz massiven Alkoholisierung zu tun, das lässt eine Abkürzung der Führerscheinsperrfrist nicht zu“, stellte Wäckerlin klar.

Rudi Stallein 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mit Strom und ohne Stühle
Wie sich die Zeiten ändern: Als die Bananafishbones an Weihnachten 2003 zum ersten Mal ein Unplugged-Konzert im Tölzer Kurhaus spielten, war das etwas Außergewöhnliches: …
Mit Strom und ohne Stühle
Unser Leserfoto des Tages: Eine Silberdistel
Unser Leserfoto des Tages: Eine Silberdistel
Heute Balladen-Abend in der Waldkirche Lenggries
Heute Balladen-Abend in der Waldkirche Lenggries

Kommentare