Pause in der neuen Hütte: Die Mädchen und Buben machen mit den Erzieherinnen Brotzeit.
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Pause in der neuen Hütte: Die Mädchen und Buben machen mit den Erzieherinnen Brotzeit.

Kinderbetreuung: Neue Außengruppe gestartet

Natur pur für kleine Isarbiber

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Sie ist in Betrieb: Die neue Außengruppe des Kindergartens Isarbiber in Arzbach. Zum Start galt es ein paar Hürden zu meistern.

  • Anfang September ist im Arzbacher Kindergarten die neue Außengruppe gestartet
  • Das Grundstück ist rund 220 Quadratmeter groß
  • Letzte Arbeiten werden im Frühjahr gemacht

Arzbach – „Viel zu organisieren“, habe es gegeben, sagt Brunhilde Singhammer, Leiterin des Kindergartens Isarbiber in Arzbach. Die neue Außengruppe läuft seit Anfang September. Die Blockhütte, die den Kindern Zuflucht geben soll, sei zwar gestanden. Aber der Außenbereich sei noch nicht fertig. Es werde noch bis ins kommende Frühjahr dauern, bis das Gras gewachsen sei.

„Aber wir sind zum Glück flexibel und haben ein großes Grundstück.“ Etwa 220 Quadratmeter Außengelände stehen zur Verfügung. Dazu gibt es die Möglichkeit, in die Natur zu gehen.

Verschiedene Wetterkapriolen hätten sich auch schon gezeigt. „Wir mussten auch erst testen, wie reagieren die Kinder? Wie reagieren die Eltern, wenn die Kinder direkt von draußen kommend ins frisch geputzte Auto einsteigen?“ Die Reaktionen seien durchweg toll gewesen. „Niemand der Eltern hat sich beschwert. Allen ist klar: Wenn ein Kind eine Außengruppe besucht, sieht es halt so aus“, sagt Singhammer lachend. Ganz im Gegenteil sei man bestärkt worden. „Die Kinder können jetzt das machen, was sie sich wünschen.“ Ein großer Erdhügel, der von den Bauarbeiten übrig war, wurde gerne in Beschlag genommen.

23 Kinder gehören der Außengruppe an. Um diese zusätzlich öffnen zu können, wurden zwei neue Kräfte, eine in Teilzeit, eine in Vollzeit, eingestellt. „Wir haben das Glück, dass wir in unserer neuen Gruppe eine Erzieherin haben, die gerade eine Ausbildung zur Waldpädagogik beendet hat.“ Auch weitere Kolleginnen hätten Erfahrungen in Wildnispädagogik. „In jeder Gruppe ist eine Fachkraft drin.“

Das ist wichtig, denn es gibt nicht eine feste Außengruppe. Vielmehr kommen alle drei Gruppen der „Isarbiber“ in den Genuss. Dabei wird folgendes Konzept verfolgt: Alle vier Wochen wechselt eine andere Gruppe nach draußen. Eine der drei Gruppen sind die „Wanderbiber“: Sie nutzen immer den Raum, der gerade frei wird. Die anderen beiden Gruppen kehren nach der Draußenzeit wieder in ihren eigentlichen Gruppenraum zurück. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, dass alle Gruppen durchwechseln. Dies sei von den Eltern aber nicht gewünscht gewesen. „Die eine Gruppe, die jetzt alle vier Wochen wandert, hat den Vorteil, dass sie immer Abwechslung hat. Sie kann jeden Raum besuchen und nach acht Wochen wieder raus ins Freie.“ In der Zeit, die die Kinder drinnen verbringen, werde auch der Fokus auf andere Themen gelegt und die Beobachtungsbögen ausgefüllt.

Die Blockhütte neben dem Arzbacher „Isarbiber“-Kindergarten beherbergt die neue Außengruppe.

Momentan sei es eine „Eingewöhnungsphase für alle“. Dadurch, dass es noch kein festes Außengelände für die Außengruppe gebe, müsse man sich täglich neu orientieren, wo man hingehe. „Das ist ein Lernprozess für uns und die Kinder.“ Diese würden beispielsweise lernen, gut auf ihre Sachen aufzupassen und stets alles wieder mitzunehmen. „Das ist eine hervorragende Vorbereitung auf die Schule. Oder auch andere Situationen im Leben, in denen die Kinder mal einen Wechsel erleben.“ Die Kinder würden alles mitmachen.

Die Gruppe mit den meisten Neu-Kindergartenkindern gehe allerdings erst als letztes raus. „Die Kinder sollen eine ganz normale Eingewöhnungszeit bekommen.“ Auch danach hätten diese Kinder immer das Vorrecht, in die Räume reinzugehen.

Durch die neue Kindergartengruppe konnte der Bedarf komplett gedeckt werden. Derzeit gibt es keine Warteliste. Tatsächlich gäbe es sogar noch Platz bei den „Isarbibern“. „Aber es ist noch einiges an Bewegung drin, wir wollten von Anfang an nicht voll belegen, weil wir nicht wussten, wie sich alles entwickelt“, sagt Singhammer. Auch könnten noch Integrationsplätze entstehen.

Bis im Frühjahr der Außenbereich fertig ist, können die Kinder der Außengruppe auch den Gartenbereich der Krippenkinder mitnutzen. Dort gebe es ebenfalls einen Hügel, der im Winter zum Schlittenfahren genutzt werden kann. Singhammer: „Wir finden für alles Lösungen.“

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