1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Wackersberg

Die vierbeinigen Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde: Beweidungsprojekt an der Isar

Erstellt:

Kommentare

Erklärten die Hintergründe des Beweidungsprojekts (v. li.) Joachim Kaschek, Markus Henning und Kaspar Fischer. rbe
Erklärten die Hintergründe des Beweidungsprojekts (v. li.) Joachim Kaschek, Markus Henning und Kaspar Fischer. © rbe

Ziegen und Esel als Landschaftspfleger: Am Samstag gab es eine Exkursion zum Beweidungsprojekt an der Isar.

Wackersberg – Die Ziegen von Biolandwirt Kaspar Fischer aus Gaißach-Lexen sind gewissermaßen „Angestellte“ bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises: Im amtlichen Auftrag sollen die genügsamen, nimmersatten Vierbeiner die unerwünschte zunehmende Verbuschung auf den ehemals ausgedehnten Schotterebenen der Isar zwischen Bad Tölz und Fleck zerbeißen und Flächen freihalten. Am Samstag gab es bei einer Exkursion Einblicke in das Beweidungsprojekt.

Durch Bau des Sylvensteindamms: Wertvoller Lebensraum für Flora und Fauna erstickt

Seit dem Bau des Sylvensteindamms in der 1950er-Jahren bleibt der Nachschub von Geschiebe bei Hochwasser aus. In der Folge hat sich die Isar immer weiter eingetieft. Die ehemaligen Kiesbänke sind weitgehend zugewachsen, und die ursprünglichen Bodenstrukturen – ökologisch besonders wertvoller Lebensraum für bedrohte Flora und Fauna – wurden zunehmend erstickt. In dem seit 2015 laufenden Beweidungsprojekt sollen Ziegen und Esel als Landschaftspfleger auf ausgewählten, eingezäunten Flächen diese Entwicklung stoppen und umkehren.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Region rund um Bad Tölz finden Sie auf bei Merkur.de/Bad Tölz.

Isartalverein und Landkreis sind Träger der Weideprojekte

Joachim Kaschek, Projektverantwortlicher bei der Unteren Naturschutzbehörde, erklärte am Samstag die Hintergründe. In Augenschein genommen wurde dabei eine mehrere Hektar große Teilfläche am westseitigen Isarufer auf der Höhe von Bocksleiten. Träger aller Weideprojekte auf Staatsflächen an der oberen Isar sind der Landkreis und der Isartalverein. Betreut wird die besichtigte Fläche vom Maschinenring Wolfratshausen und dessen Projektleiter Markus Henning. Er ist – mit Unterstützung durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim – auch für die Einzäunung des Areals mittels Elektrozäunen zuständig.

Diversität soll verbessert werden: kleinwüchsige Ökosysteme profitieren

Im staatlicherseits geförderten Projektzeitraum von 2015 bis 2020 sind an der oberen Isar zwischen Bad Tölz und Vorderriß sechs solche Koppeln mit insgesamt 48 Hektar Fläche angelegt worden. Im Zuge der Beweidung soll nicht nur das früher offene Landschaftsbild in Teilen wieder hergestellt, sondern auch die Diversität verbessert werden: Von dieser Beweidung werden nämlich auch kleinwüchsige Ökosysteme – zum Beispiel arten- und blütenreicher Magerrasen – profitieren, die ansonsten im Schatten von Bäumen und Sträuchern verschwinden würden. Und von solchen Biotopen hängt wiederum auch der Fortbestand zahlreicher bedrohter Tierarten ab.

Projekt wird mit wissenschaftlichen Monitoring begleitet

„Auch nach Ablauf des geförderten Projekts wird der Kreis sicherstellen, dass es mit der Beweidung am Alpenfluss weitergeht“, betonte Kaschek.

Außerdem werde man das Projekt mit einem wissenschaftlichen Monitoring begleiten, um den Erfolg – also den ökologischen Nutzen – der getroffenen Maßnahmen bewerten zu können.

Von Rainer Bannier

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare