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Nach Party-Auflösung Polizeiauto beschädigt: Junge Männer zeigen sich reuig

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Justizia ist im Fall eines versuchten Mordes in Bad Tölz gefragt.
Eine Flatrate-Party in Bad Tölz wurde zu einem Fall für die Justiz. © Daniel Reinhardt

Eine nicht angemeldete Flatrate-Party am Isar-Stausee bei Bad Tölz endete im Sommer damit, dass die Polizei sie auflöste - sehr zum Unmut zweier junger Männer aus Lenggries, die nun vor Gericht standen.

Wackersberg – Eine unangemeldete Party hatte jetzt für zwei junge Burschen ein Nachspiel vor dem Wolfratshauser Jugendgericht. Dort mussten sich die beiden Lenggrieser (17 und 19 Jahre alt) wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung verantworten. Die Verfahren wurden eingestellt, im Gegenzug muss jeder von ihnen 500 Euro an die Tölzer Coaches zahlen.

100 junge Leute trinken bei Flatrate-Party - bis die Polizei kommt

„Es stimmt so“, gaben die Angeklagten kleinlaut zu, nachdem die Staatsanwältin noch mal verlesen hatte, was man ihnen zur Last legt. In der Nacht auf den 13. Juni dieses Jahres waren die beiden als Gäste auf einer sogenannten Flatrate-Party in einer Hütte nahe dem Stausee. Für eine Gebühr von 25 Euro konnte jeder Gast so viele Getränke bekommen, wie er wollte.

Den Ermittlungen zufolge waren dem Aufruf im Internet in jener Nacht rund 100 junge Leute gefolgt. Der Trubel war der Polizei auf ihrer nächtlichen Streife nicht verborgen geblieben. Weil sie nicht ordnungsgemäß angemeldet worden war, lösten die Beamten die Party kurzerhand auf.

Polizei mit Kirschlorbeer übergossen und Außenspiegel abgetreten

Das abrupte Ende der Feier brachte die beiden Angeklagten derart in Rage, dass sie ihre Wut an dem in der Nähe abgestellten Einsatzfahrzeug der Polizei ausließen. Sie deckten das Auto mit Kirschlorbeer zu und traten beide Außenspiegel ab. Der Sachschaden beläuft sich laut Anklage auf exakt 471,19 Euro.

Mit leicht geröteten Wangen saßen die Zwei nun vor der Richterin. Ähnlich beschämt haben sie sich wohl gefühlt, als sie sich schon kurze Zeit nach dem Vorfall freiwillig bei der Polizei gemeldet hatten. In der Nacht waren sie den Beamten entwischt. „Frust über die Partyauflösung und zu viel Alkohol“, sei der Grund gewesen, weshalb sie sich so danebenbenommen hatten, erklärten die Beschuldigten kleinlaut vor Gericht.

Verfahren gegen junge Lenggrieser gegen Geldauflage eingestellt

Dass sie reumütig zur Polizei marschiert waren, zahlte sich in der Verhandlung aus. „Das war gut“, betonte Richterin Friederike Kirschstein-Freund, die davon absah, ein Urteil auszusprechen. Mit einer Einstellung des Verfahrens konnte sich auch die Staatsanwältin anfreunden, lediglich bei der Höhe der Geldauflage gingen die Vorstellungen ein wenig auseinander. Jugendgerichtshelferin Josephin Haufe hatte 300 Euro für jeden Angeklagten vorgeschlagen, da beide berufstätig sind. Außerdem erwarte sie, dass die Teenager auch den angerichteten Schaden begleichen. Die Anklagevertreterin forderte für eine Einstellung „einen höheren Betrag, weil es sich um ein Polizeiauto im Einsatz gehandelt hat“ – nämlich 500 Euro für jeden. Diesem Antrag kam die Richterin nach.

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