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Streitpunkt Längentalstraße: Die schmale Straße (links unten) führt zum geplanten neuen Baugebiet. Nach Wunsch der Anwohner soll zunächst geklärt werden, wie der Verkehr geregelt werden kann. 

Baugebiet Längentalstrasse

Erst Zufahrt regeln, dann bauen

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Wackersberg - Ein neues Baugebiet für Einheimische möchte die Gemeinde Wackersberg in Arzbach an der Längentalstraße ausweisen. Allerdings fordern die Anwohner, dass zuerst die Zufahrt geregelt wird.

Am Ende der Diskussion in der Ratssitzung am Dienstagabend wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Längentalstraße Süd“ vertagt. Zu groß war der Widerstand, den die Räte Josef Kaltenhauser und Nikolaus Braun leisteten. Beide sagten, dass sie nicht zustimmen könnten, solange nicht wichtige Details geklärt seien.

„Mir schmecken da ein paar Sachen nicht“, sagte Kaltenhauser. „Wir sollten die Zufahrt regeln, bevor wir irgendeinen Beschluss aufstellen. Sonst macht’s für mich keinen Sinn.“ Bürgermeister Alois Bauer meinte, dass in dem Verfahren ja sämtliche Punkte berücksichtigt würden: „Deshalb werden ja alle Träger öffentlicher Belange angeschrieben.“ Das war Kaltenhauser zu wenig: „Dabei wird aber nicht die ganze Straße berücksichtigt. Man muss sie von der Kapelle bis nach oben betrachten.“ Die Zufahrt sei einfach zu eng und eine Ausbuchtung als Ausweichstelle zu wenig. „In den neuen Häusern wohnen künftig geschätzt 30 Schulkinder. Die laufen dann auch auf der Straße. Ich möchte dafür nicht meinen Kopf hinhalten.“ Man könne die Straße ja nicht erst ausbauen, wenn die Häuser schon stehen. „Das müssen wir vorher sauber regeln.“ Martin März schlug vor, die Straße noch einmal abzugehen und sich die Lage vor Ort anzuschauen. Vielleicht auch mit einem Experten vom Straßenbauamt, meinte Jakob Monn.

Bürgermeister Bauer konnte die Aufregung nicht so recht verstehen. Natürlich werde es mal eng werden, vor allem, wenn ein Lastwagen die Straße befahre. „Aber die Zufahrt zum geplanten Mehrgenerationenhaus am Saumweg ist viel problematischer. In Arzbach haben wir 7,5 Meter Breite, die wir bis hinten durchführen können.“ Das ließ Kaltenhauser nicht gelten: „Dass es hier Probleme geben wird, ist jetzt schon offensichtlich. Das hätten wir eigentlich schon vor einem halben Jahr klären müssen.“ Noch etwas lag dem Ratsmitglied im Magen: „Von manchen Seiten wird es jetzt so hingestellt, als ob ich etwas gegen das Einheimischenmodell habe“, sagte Kaltenhauser. „Aber das stimmt nicht. Ich habe nur ein Problem mit 30 Häusern und der Verkehrssituation.“

Wenn man jetzt über den Aufstellungsbeschluss abstimme, dann könnten die weiteren Schritte schon parallel laufen, sagte Alois Bauer. Warum es denn jetzt so pressiere, wollte Nikolaus Braun wissen. „Wir sollten die Lage erst prüfen und die Abstimmung um einen Monat verschieben.“ Dem stimmte schließlich auch Bauer zu: „In Ordnung, dann stellen wir den Aufstellungsbeschluss zurück.“ Bis zur nächsten Sitzung soll nun ein Termin mit dem Landratsamt und den Anliegern gefunden werden. Außerdem hofft der Bürgermeister, bis dahin eine Rückmeldung vom Kirchenrat zu haben: Dieser muss entscheiden, ob für die Verbreiterung der Straße ein Teil der Böschung zur Kirche verwendet werden kann.

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