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Viele Projekte hat sich die Gemeinde Wacke rsberg vorgenommen. Das Bauvorhaben an der Längentalstraße stößt bei den Anliegern weiterhin auf Kritik. 

Bürgerversammlung 

Bauprojekt Längentalstraße weiter in Kritik

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Am Ende kam es wie immer: Der Diskussionsbeitrag, der den größten Raum einnahm in der Wackersberger Bürgerversammlung, bezog sich auf das Bauvorhaben an der Längentalstraße.

Wackersberg – „Unsere Kritik bleibt“, sagte Anlieger Georg Eberl, nachdem Bürgermeister Alois Bauer mit seinem Rechenschaftsbericht fertig war. Wie laufend berichtet, möchte die Gemeinde an der Längentalstraße Bauland für Einheimische schaffen. Die Anlieger sorgen sich wegen der unzureichenden Zufahrt und, wie Eberl noch einmal betonte, dass ein solch großes Wachstum einem kleinen Dorf wie Arzbach schade. „Wir sind dafür, dass Einheimische bauen können“, betonte Eberl. „Aber wir wollen eine organische Entwicklung.“ Im Moment gebe es in Arzbach ein gutes Miteinander von Alt und Jung, Neubürgern und Alteingesessenen. Das sieht Eberl gefährdet. Zudem sah er den Lärmschutz hinsichtlich der benachbarten Betriebe kritisch und bemängelte, dass der Eigentümer der zu bebauenden Flächen in seinen Augen ein zu großes Mitspracherecht beim Vorgehen habe. Eberl: „Auch zwei Jahre nach Beginn dieses Verfahrens steht für mich fest: Dieser Bebauungsplan schadet der Entwicklung von Arzbach. Der Umgang mit den betroffenen Bürgern schadet der Gemeinde.“

Das Vorhaben werde sorgfältig abgewogen, antwortete Bürgermeister Alois Bauer. Es gelte natürlich noch, den Immissionsschutz zu prüfen, sowohl hinsichtlich des Gewerbes als auch des „Arzbacher Hofs“. Man müsse es schaffen, Neubaugebiet, Gewerbe, touristische Betriebe wie die angrenzenden Ferienwohnung und den „Arzbacher Hof“ in Einklang zu bringen. „Aber es geht nicht anders. Wir haben das Anbindegebot, wir können nicht einfach irgendwo in der freien Landschaft anfangen zu bauen.“ Er glaube nicht, dass das Dorf Arzbach unter den neuen Häusern leide. „Das sind ja auch Einheimische, die dorthin ziehen werden.“

Zuvor hatte Bauer den Rückblick über das vergangene Jahr in seiner „kleinen bescheidenen Gemeinde“ gehalten. Die Einwohnerzahl ist leicht zurückgegangen, 3532 Personen wohnen derzeit in Wackersberg. Es gab aber mehr Geburten. „Das geht immer intervallmäßig“, sagte Bauer. Entsprechend müsse man mit Krippe und Schulen reagieren.

Er sei zum ersten Mal in einer Bürgerversammlung in Wackersberg, sagte Vize-Landrat Thomas Holz in seiner Rede. Von der Kreisbehörde habe er einen Zettel mitbekommen, welche brisanten Themen es anzusprechen gelte. Er hielt ein leeres Papier hoch. „Aus Sicht des Landratsamts ist alles in Ordnung in der Gemeinde Wackersberg. Das ist nicht selbstverständlich.“ Es werde positiv gesehen, dass Wackersberg viel für junge Leute mache, wie Wohnraum zu schaffen, den Turnhallen-Neubau oder auch die Erweiterung des Kindergartens in Arzbach. Aber auch die ältere Generation komme nicht zu kurz, wie das Mehrgenerationenprojekt am Burgwald zeige.

Holz referierte noch einmal kurz über das geplante Wanderwegekonzept für den Landkreis. „Wir wollen gleiche Qualitätsstandards schaffen.“ Es sei ein wichtiges Projekt nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische. Außerdem setzte er der häufigen Kritik, dass Tagesgäste nicht wirklich viel Umsatz brächten, eine Erhebung von 2016 entgegen. Demnach haben wir jährlich etwa 6,5 Millionen Tagesausflügler, die einen Bruttoumsatz von über 150 Millionen Euro bringen.“ Es gehe dabei nicht nur um Bergbahnen und Gasthäuser. Letztlich profitiere die ganze Region.

Schließlich bedankte sich Bauer noch bei allen Bürgern, „die sich genauso wie ich freuen, wenn ein Bagger anrückt, oder zumindest gelassen bleiben. Denn es steht fest, dass man immer etwas tun muss“.

Um alle Projekte umzusetzen, steht der Gemeinde Wackersberg ein gutes finanzielles Polster zur Verfügung.

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