Derzeit ruhen die Arbeiten an der ehemaligen Quellenwirtschaft. Es wurden Teile abgerissen, die nicht genehmigt waren.
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Derzeit ruhen die Arbeiten an der ehemaligen Quellenwirtschaft. Es wurden Teile abgerissen, die nicht genehmigt waren.

Landratsamt lässt Umbauarbeiten einstellen

Baustopp an der Wackersberger „Quelle“

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Einsturzgefährdete Wände hat Bauherr Anton Hoefter im Rahmen der Sanierung der „Quelle“ abreißen lassen. Das Problem: Dies war nicht vorher so genehmigt worden. Deshalb hat das Landratsamt nun den Bau vorläufig einstellen lassen.

Wackersberg - Die Bauarbeiten an der ehemaligen Quellenwirtschaft, kurz „Quelle“, stehen still. Nichts passierte zuletzt. War es eine geplante Pause über die Pfingstferien? Nein, tatsächlich hat das Landratsamt eine Baueinstellung erwirkt, wie Sprecherin Marlis Peischer auf Nachfrage mitteilt. Der Grund: Es sei „entgegen der Baugenehmigung gebaut beziehungsweise abgerissen“ worden.

Aktuell befinde man sich mitten im bauaufsichtlichen Verfahren, entsprechende Prüfungen stehen an, man sei mit dem Bauherrn in Kontakt. Weitere Auskünfte seien, so Peischer mit Verweis auf das laufende Verfahren, nicht möglich.

Wie berichtet möchte Eigentümer Anton Hoefter die ehemalige Wirtschaft, die zwischenzeitlich ein Künstleratelier war, umbauen. Es sollen vier Ferienwohnungen und eine Betriebsleiterwohnung entstehen. Anfang Mai noch schienen die Arbeiten gut im Zeitplan zu liegen.

Hoefter: „Gefahr war im Verzug“

Auf Anfrage des Tölzer Kurier erklärt Anton Hoefter, warum manche Teile entgegen der Baugenehmigung abgerissen wurden. „Wir haben festgestellt, dass gewisse Bereiche in einem deutlich schlechteren Zustand sind, als wir davor gedacht hatten.“ Da „Gefahr in Verzug“ gewesen sei, sprich, die Möglichkeit eines Einsturzes bestand, habe man diese Teile lieber gleich abgerissen.

Daraufhin habe das Landratsamt den Bau gestoppt. „In den nächsten drei Wochen sollten wir Bescheid bekommen, wie es weitergeht“, sagt Hoefter, der betont, dass er die „Quelle“ in den gleichen Zustand bringen wolle, in dem sie vorher war – nur eben saniert.

Sanierte „Quelle“ soll für Belebung sorgen

Der Bau sei in den 1950er-Jahren entstanden. „Damals hat man Dinge gemacht, die man heute nicht mehr macht.“ Beispielsweise Holzbalken eingebaut, die nun morsch geworden sind. Er spricht von massiven Beeinträchtigungen. „Unser Ziel ist es, die ,Quelle‘ richtig zu sanieren. Aber wenn das Landratsamt eine andere Auffassung hat. . .“ Im schlimmsten Fall müsse die Umbaumaßnahme komplett eingestellt werden. „Das kann aber nicht im Sinne der Gemeinde sein.“ Schließlich soll eine sanierte „Quelle“ für eine Belebung sorgen. Geplant sind beispielsweise Seminare.

Auch für ihn wäre eine Baueinstellung äußerst ärgerlich. Er habe bereits viel investiert. Die Jodquellen AG benötige außerdem das Gebäude, um die dortige Quelle weiter zu nutzen. Denn die Jodprodukte, die die Firma verkauft – unter anderem Seife oder Shampoo – werden mit dem Jod von der Sauersberg-Quelle produziert. Genutzt wird das Jod seit 1856, als die saure Quelle entdeckt wurde.

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