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Kaiserschmarrn mit Geling-Garantie: Fernsehkoch Alexander Herrmann bereitet mit Monika und Anton Glasl ihr Familienrezept für eine Radiosendung auf Bayern 1 zu. Kameramann Miro Weber filmt dazu ein You-Tube-Video. 

Kochsendung fürs Radio

Kaiser ohne Schmarrn

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Wackersberg –  Prominenter Besuch in Wackersberg: Starkoch Alexander Herrmann besuchte Monika und Anton Glasl in deren Küche. Für einen neue Bayern-1-Reihe bereiteten sie gemeinsam Kaiserschmarrn zu. Das Ergebnis schmeckte Herrmann sehr, wie er mit vollem Mund verkündete.

Den Herd von Monika Glasl könnte man als Familienmitglied bezeichnen. Er ist mit seinen 20 Jahren so alt wie Sohn Anton. Dass der Herd schon so lange in der Wackersberger Küche steht, ist ihm aber nicht anzusehen. Fernsehkoch Alexander Herrmann ist jedenfalls schwer beeindruckt, wie glänzend das Küchengerät poliert ist. „Ich hab noch nie so eine saubere Platte gesehen“, sagt der 44-Jährige, während die Butter in der Pfanne schmilzt.

Herrmann ist nach Wackersberg gekommen, um mit Monika und Anton Glasl Kaiserschmarrn zu machen. Der Fernsehkoch aus Oberfranken moderiert die Sendung „Familienrezept“, die der Radiosender gerade produziert. Herrmann kocht mit Familien deren bewährte Gerichte und lässt sich die Geschichten dahinter erzählen. Herrmann hat aber nicht nur ein mobiles Tonstudio im Schlepptau, sondern auch vier Kameras, mit denen die Onlineredaktion ein You-Tube-Video dreht. Wenn die Sendung ab 31. März donnerstags im Radio läuft, zeigen sie die zehn Folgen gleichzeitig im Internet.

Monika Glasl lässt sich von den sechs Menschen in ihrer Küche nicht beirren. „Ich wollte eine kleine Küche, damit ich nicht so viel laufen muss“, sagt die 48-Jährige locker in das Mikrofon, das an den Kragen ihrer karierten Bluse geklemmt ist. Ihren Kaiserschmarrn kann die Fachlehrerin für Handarbeit und Hauswirtschaft ohnehin aus dem Effeff. „Bei uns gibt es jeden Mittwoch Mehlspeisen und regelmäßig Kaiserschmarrn.“

Herrmann, unter anderem bekannt durch die Sendungen „Die Küchenschlacht“, „Lanz kocht“ oder „The Taste“, ist auf Glasls Erfahrungswerte angewiesen. „Ich hab’ einmal Kaiserschmarrn nach einem alten österreichischem Rezept im Fernsehen gekocht, und der ist gleich zusammengefallen“, berichtet Herrmann bei der gegenseitigen Begrüßung.

Vielleicht sagt der Fernsehkoch das aber auch nur so, um das Eis zu brechen. Das kann er gut. Bevor es in die Küche geht, inspiziert er aufmerksam das Haus – in einer Hand hält er ein Kaffehaferl, die andere hat er in die Hosentasche gesteckt –, fragt höflich nach Glasls Bananenpflanzen und lobt die selbstgetöpferte Krippe. „Ich bin bereit, ab dem Moment, wo ihr sagt, ich soll bereit sein, sonst bin ich einfach da“, witzelt der Fernsehkoch in Richtung der Bayern-1-Mitabeiter, die das Equipment vorbereiten.

Herrmann redet sich warm. Schließlich muss er fürs „Familienrezept“ alles ganz genau beschreiben. Allein das Schlagen des Eischnees und das Zischen des karamellisierenden Kaiserschmarrns wäre für die Radiohörer sonst wohl ziemlich langweilig. Und so plaudert er ununterbrochen, während er nach Glasls Anweisungen Eier trennt und den Teig verrührt. „Es sieht aus wie eine sehr dickflüssige Kartoffelsuppe“, sagt er dazu.

Vor der Kamera und am Mikrofon sitzt alles sofort. Wobei er vor der Aufnahme nochmal kurz fragen muss: „Wie heißt das jetzt hier nochmal? Wackenberg?“ Nachdem er seine typische graue Kochjacke mit dem Logo des eigenen Restaurants zurechtgezupft hat, geht ihm der Ortsname aber locker von den Lippen. Eine Herausforderung beim Kochen vor der Kamera zeigt sich, als die Pfanne auf dem Herd steht und der Ton nicht funktioniert. „Jetzt müssen wir aber weitermachen“, sagt Herrmann – nicht ungeduldig, aber mit besorgtem Blick auf die Butter.

Für die Sendung gibt es zwei Kaiserschmarrn-Versionen. Monika Glasl bereitet den klassischen zu. Sohn Anton verfeinert ihn mit Kokosflocken. „Mir war die normale Variante zu langweilig, also hab ich angefangen herumzuprobieren“, erklärt der 20-Jährige. Er studiert Ernährungs- und Versorgungmanagement, träumt aber von einem Leben als Hüttenwirt. Für Herrmann klingt das nach einem schlüssigen Konzept, als er den Spezial-Kaiserschmarrn probiert. „Toni, wir müssen auf deiner Hütte auf jeden Fall ein kreatives Kaiserschmarrn-Event machen.“

Die klassische Version findet Herrmann aber auch ziemlich köstlich. „Wäre ich ein Kaiser, würde ich sagen, ,nennt’s mich bitte nicht Schmarrn‘“, sagt er mit vier Stücken von der Speise im Mund. Damit kann Glasl den Fernsehkoch auch für ihren alten Herd gewinnen. Wille Herrmann sie anfangs noch von einem neuen Modell überzeugen – „der wäre derselbe, nur besser, weil schneller“ – muss er dann doch zugeben, dass Glasl mit dem alten sehr gut umgehen kann.

Kaiserschmarrn nach dem Rezept von Familie Glasl

Zutaten: 3 Eier, 1/4 Liter Milch, 1 gestrichener Teelöffel Salz, 200 Gramm Mehl, etwas Butter, Zucker und Rosinen. Zubereitung: Die Eier trennen und in einer Schüssel zu Eischnee schlagen. In zweiter Schüssel Eigelb, Milch, Salz und Mehl verrühren. Eischnee grob unterheben. Butter in einer Pfanne zerlassen und kräftig mit Zucker bestreuen. Darauf kommen eine daumendicke Schicht Teig und ein paar Rosinen. Bei schwacher Hitze fünf bis sechs Minuten anbraten. Monika Glasl rät immer wieder, unten nachzusehen, damit der Zucker nicht zu dunkel und damit bitter wird. Dann wenden und in der Pfanne zerrupfen. Für die Variation mit Kokos legt Anton Glasl 5 Esslöffel Kokosraspel mit 5 Esslöffeln Kokossirup ein, die er zu dem Eigelb-Teig gibt.

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