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Mit fünf Rettern war die Bergwacht am Blomberg im Einsatz, um eine abgestürzten Gleitschirmpiloten zu versorgen. Der Abransport mit dem Hubschrauber wurde durch einen Drachenflieger behindert. 

Bergwachteinsatz am Blomberg

Schon wieder: Gaffer in der Luft behindert Hubschrauber

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Unfassbar, was die Tölzer Bergwacht am Blomberg  erlebte: Während sich fünf Bergretter am Boden um einen schwerverletzten Gleitschirmflieger kümmerten, kreiste ein schaulustiger Drachenflieger über der Absturzstelle und behinderte den Hubschrauber.

Wackersberg/Bad Tölz - Der Tölzer Bergretter Paul Schenk war beim Einsatz am Mittwochmittag am Blomberg dabei. „Ich finde Gaffer bei Verkehrsunfällen schon schlimm. Aber so ein Fall... Da kann man nur noch mit dem Kopfschütteln.“ Der abgestürzte 67-Jährige aus dem Landkreis Freising habe sich wirklich schwerste Verletzungen bei dem Absturz zugezogen. „Da ging es um jede Minute.“ Und dann könne der Heli nicht los, weil ein Gaffer den Luftraum nicht freimache. 

Schon während der Versorgung und Bergung des nicht mehr ansprechbaren Piloten sei der Drachenflieger über der Einsatzstelle gekreist „und hat in unsere Richtung geschaut“, schildert Schenk. „Wir haben durch Trillerpfeifen und Winken versucht, ihn dazu zu bringen, sich zu entfernen.“ Aber das habe er einfach ignoriert.

Erst als der Hubschrauber gestartet und der Einsatz beendet war, „ist er abgeflogen“, sagt Schenk.

Schenk hat den Vorfall nicht nur der Polizei gemeldet, sondern auch dem Deutschen Hängegleiterverband (DHV). Der hat mittlerweile einen Beitrag über die Problematik auf seiner Homepage veröffentlicht. Denn tatsächlich ist der Fall am Blomberg nicht der erste, sondern bereits der dritte seit Beginn der Flugsaison. Erst vor einer Woche war es zu einem ganz ähnlichen Vorfall am Wallberg im Nachbarlandkreis Miesbach gekommen. Auch dort hatte ein Gleitschirm-Pilot einen Hubschrauber-Rettungseinsatz behindert, weil er den Luftraum einfach nicht freimachte.

Der DHV hat in dem Beitrag auf seiner Hompage einen dringenden Appell an alle Piloten veröffentlicht. Dort heißt es: 

  • Wenn ihr in der Luft bemerkt, dass ein Rettungshubschrauber im Anflug oder im Einsatz ist, verlasst den Luftraum großräumig, entweder durch Landen oder durch Wegfliegen zum nächsten Berg.
  • Wenn ihr noch nicht gestartet seid, wartet damit, bis ein Hubschraubereinsatz vorbei ist. In vielen Fluggeländen ist in der Geländeordnung außerdem beschrieben, dass während eines Rettungseinsatzes ein ausdrückliches Startverbot herrscht.
  • Einen Rettungseinsatz zu behindern, kann für einen Verursacher gravierende Folgen haben. Das geht von dem Strafrechtstatbestand eines gefährlichen Eingriffes in den Luftverkehr bis hin zum Lizenzentzug. Dieser Hinweis sollte aber nicht nötig sein, jeder von uns kann selbst in eine gesundheitliche Notsituation kommen und ist dann froh, wenn eine Rettungskette reibungslos funktioniert, vor allem, wenn es auf Minuten ankommt.

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