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Abschied nach 27 Jahren: Wilhelm Baumgartner schließt den Lift am 400 Me ter langen Buchberg-Hang. 

Ende nach 27 Jahren

Traditionsreicher Skilift schließt - „Die Leute sind traurig“

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Generationen von Wackersbergern und Tölzern haben am Buchberg das Skifahren erlernt. Aus und vorbei. Zum Ende der Wintersaison schließt der kleine Lift an der 400 Meter langen Abfahrt. Ein Schritt, der Betreiber Wilhelm Baumgartner nach 27 Jahren nicht leicht fällt.

WackersbergWilhelm Baumgartner arbeitet sein ganzes Berufsleben in der Gastronomie. Dort, wo heute die Tölzer „Norma“ steht, betrieb er seit 1968 die „Wurz Hüttn“, eine Disco mit integrierter Kegelbahn. 1990 wollte er raus aus dem Nachtleben – und wurde auf das „Buchbergstüberl“ aufmerksam. Eine Gaststätte, die ihn sofort faszinierte, „denn die Lage ist unbezahlbar“. Mehr oder weniger beiläufig erwarb er auch noch die Liftanlage mit, die 1968 ihren Betrieb aufgenommen hatte. „Lift und Stüberl kann man nicht trennen“, sagt der 67-Jährige. Er spürte schnell, dass es ihm eine ungeheuere Freude macht, „wenn die Einheimischen und die Kinder hierherkommen und glücklich sind“. An guten Tagen half er schon mal 300 oder 400 Gästen in die Liftbügel. Bei durchschnittlich vier Wochen Skibetrieb war die Arbeit für ihn trotzdem nicht mehr als eine Liebhaberei.

Vor einigen Jahren habe er versucht, die Gemeinde mit ins Boot zu holen – vergeblich. In drei Jahren läuft nun der Erbpachtvertrag aus. Baumgartner schaffte es nicht, sich mit dem Grundstückseigentümer auf einen neuen Vertrag zu einigen. Der neue Pachtzins sei nahezu doppelt so hoch wie bisher – zu viel für Baumgartner. „Und so habe ich beschlossen aufzuhören. Meine Frau hat mich wegen der vielen Arbeit, die dranhängt, eh immer geschimpft.“

Hinzu kommt, dass es ihm mittlerweile nicht mehr so leicht fällt, auf die fünf Meter hohen Stützen zu klettern: „Wenn an der Liftanlage was kaputt ist, pressiert es“, erläutert Baumgartner. „Mit 67 Jahren bin ich nicht mehr so sicher auf den Beinen. Meine Frau hat immer Angst gehabt, dass was passiert.“

„Die Enkel-Generation fällt jetzt weg“

All dies erleichterte ihm die Entscheidung aufzuhören. Eine Entscheidung, die in der Gemeinde mit Bedauern aufgenommen wird: „Die Leute sind traurig“, sagt Baumgartner. „Einige haben mir gesagt, dass sie selbst und ihre Kinder das Skifahren am Buchberg gelernt haben. Die Enkel-Generation fällt jetzt weg.“

Falls in diesem Winter wieder Schnee fällt, will Baumgartner den Lift noch mal öffnen. Er sei schließlich tiptop in Schuss, erst vor drei Jahren seien neue Rollen-Batterien installiert worden. Abgerissen wird die Anlage vorerst nicht. „Laut Gutachten muss der Grundstücks-Eigentümer den Lift ablösen“, sagt Baumgartner. „Was er dann damit macht, ist mir wurscht.“ Weitere Einnahmen soll der Verkauf der Pistenraupe bringen, der wohl in den nächsten Wochen über die Bühne gehen wird.

Große Auswirkungen auf die Gastronomie erwartet Baumgartner nicht, „denn die Wirtschaft ist so gut ausgelastet, dass ich auf zusätzliche Einnahmen nicht angewiesen bin. Im Gegenteil, es ist nicht schlecht, wenn ich es mal einen Monat lang ruhiger angehen lassen kann.“

Der 67-Jährige denkt nicht im Traum daran, seine Gastronomie aufzugeben. Demnächst will er vielmehr den Küchentrakt ausbauen. Mit der Gemeinde ist schon alles geklärt, nun fehlt nur noch die Zustimmung des Landratsamts. Eines ist für ihn klar: „Ein Leben ohne Gastronomie ist für mich nicht vorstellbar.“

Auch im Nachbarlandkreis Miesbach sorgt derzeit ein Skilift für Gesprächsstoff. Am Anfang des Winters hatte man noch auf ein Ende des Liftstreits gehofft. Jetzt steht der Rankenlift meist still. Eine Einigung ist hier nicht in Sicht.

Patrick Staar

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