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Prominente Gesellschaft: Rennrad-Legende Bernard Hinault (2. v. li.) signiert eine Ortsansicht von Yffiniac – im Beisein der Bürgermeister Michel Hinault (li.) und Alois Bauer (re.) sowie der Komitee-Präsidenten Alain Le Mau (Mi.) und Christoph Laschka.

Bürgerfahrt in die Bretagne 

Rennrad-Legende feiert mit Yffiniac-Gästen

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Bayern und Bretagne: Zwei Länder voller Gegensätze, aber mit Menschen, die sich verstehen. Diesen Eindruck hat eine 35-köpfige Delegation aus Wackersberg beim Besuch in der französischen Partnergemeinde Yffiniac gewonnen.

Wackersberg/Yffiniac – Ob alter Bekannter oder Bretagne-Neuling: Jeder wird mit der gleichen Herzlichkeit aufgenommen. Das erlebt nicht nur der Wackersberger Altbürgermeister Georg Kellner, der zusammen mit seiner Frau Lisa den Austausch seit Beginn im Jahr 1991 begleitet. Auch Hans Hinterholzer sen. spürt gleich, dass er in der Gemeinde an der Atlantikküste willkommen ist. Der 77-jährige war als Milchfahrer viel auf Achse. Jetzt ist er erstmals im 1300 Kilometer fernen Yffiniac. „Da kann man es aushalten“, sagt er mit Blick auf das Meer. Der Rentner aus Leitzing und die übrige Besucher werden überschwänglich begrüßt.



„Es ist jedesmal ein wahres Glück, unsere Freunde aus Wackersberg zu empfangen“, sagt Michel Hinault. Der Bürgermeister von Yffiniac hat für den Auftakt des viertägigen Aufenthalts den prominentesten Sohn der Gemeinde eingeladen, seinen Cousin Bernard Hinault. Der erfolgreiche Radrennprofi feiert mit den Gastgebern den Besuch aus Bayern. Hinault setzt spontan sein Autogramm auf eine Ortsansicht von Yffiniac. Das Poster ist das Gastgeschenk für die Isarwinkler.

„Die Herzlichkeit ist nicht mehr zu steigern“, schwärmt der Wackersberger Bürgermeister Alois Bauer. Er hat seinem Amtskollegen zwei aus Holz geschnitzte Kühe mitgebracht, um an die Bedeutung der Landwirtschaft in Wackersberg zu erinnern.

Viehzucht und Ackerbau haben lange Zeit auch das Bild in Yffiniac bestimmt. Mittlerweile ist die Kommune ein gefragter Wohnort im Ballungsraum der nahen Küstenstadt St. Brieuc mit ihren 45 000 Einwohnern. Zu Beginn der partnerschaftlichen Beziehungen vor über 25 Jahren zählte jede Kommune noch gut 3000 Einwohner. In Yffiniac sind es nun fast 5000.

Bayerisch-bretonische Fröhlichkeit: Josef Frühholz spielt Ziehharmonika – zur Freude einer örtlichen Folkloregruppe und der früheren Komitee-Präsidentin Raymonde Cleran (2. v. re.).

Alain Le Mau ist einer von ihnen. Er führt mit Leidenschaft das dortige Partnerschaftskomitee und setzt sich ebenso wie die Wackersberger insbesondere für den jährlichen Jugendaustausch ein. Die Erwachsenen besuchen sich seit der Unterzeichnung der offiziellen Partnerschaft im Jahr 2002 nun im Zwei-Jahres-Rhythmus. „Längst sind dauerhafte Freundschaften entstanden“, sagt Le Mau.

Er hat mit seinem Komitee ein dicht gedrängtes Programm ausgearbeitet. Höhepunkt ist ein kleines Picknick auf einem grandiosen Aussichtspunkt an der Küste bei Paimpol mit Blick auf die Blumeninsel Brehat. „Das war eine fantastische Überraschung“, schwärmt der Wackersberger Partnerschaftsvereins-Vorsitzende Christoph Laschka. Er hat Erinnerungskrüge und den Partnerschaftsobstler (gebrannt aus bretonischen Äpfeln und bayerischen Birnen) mitgebracht. Als Gegengeschenk gibt es eine plakative Stellwand mit den Komitee-Logos und Ortsansichten.

Die gelungene Werbetafel erlebt an diesem Wochenende ihre Feuertaufe. Sie wirbt bei einer Tourismusmesse in St. Brieuc für die Partnerschaftsgemeinden. Günter Hundegger, der seit 20 Jahren den Jugendaustausch begleitet, ist auch wieder mit dabei. Der Arzbacher bietet den Besuchern Prospekte, Honig, Bier und Schnaps aus Wackersberg an. Die Franzosen hätten sich sicher auch über ein Wiedersehen mit Josef Frühholz gefreut. Er hatte für die Bürgerfahrt nicht nur seine Ziehharmonika eingepackt, sondern auch ein paar Schnupftabak-Dosen. Nun kennen die Bretonen auch die Frage: „Magst a Pris?“

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