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Mützen für Riesen: Künstlerin Anne Franke hatte eine Erklärung ihrer Werke für Kinder parat.  

Kunstverein Tölzer Land

Drei Mützen für den Blomberg

Drei riesige Mützen ziehen am Blomberg die Blicke auf sich. Dahinter steckt ein Kunstprojekt. 

Bad TölzEin neues Naturkunstwerk ziert den Wanderweg „Sinneswandel“ auf dem Blomberg: Große „Reisigmützen“ hat Künstlerin Anne Franke aus Stockdorf auf dem Hang direkt unterhalb der Gaststätte aufgestellt. „Es war einer meiner schönsten Arbeitsplätze bisher“, sagte Franke bei der Eröffnung.

Acht Tage lang brauchte sie, bis die Zweige aus dem Wald geschafft und schließlich zu den runden, meterhohen Gebilden aufgestellt waren. „Es war heiß und regnerisch, ich war völlig verkratzt und hatte Muskelkater, aber es war ein sehr schönes Arbeiten“, so Franke. Mitarbeiter des Tölzer Bauhofs halfen, die langen Stangen vor das Blomberghaus zu transportieren. Die starken Zweige sind an manchen Stellen einen halben Meter tief in die Erde gegraben. Die Spitzen treffen sich in Form einer Zipfelmütze, die sich zur Seite neigt.

Der Künstlerin schauten zahlreiche Wanderer bei ihrer Arbeit über die Schulter. „Es war schwierig, gleichzeitig die Fragen der Vorbeikommenden zu beantworten“, sagte Franke. Ursprünglich war das Kunstwerk – drei Mützen sind es insgesamt – nicht begehbar geplant. Aber die jüngsten Besucher schufen Fakten: Kleine Kinder schlüpften sofort ins Innere der größten Mütze. Die Künstlerin und der Kunstverein wollen dem Rechnung tragen: Franke will nun doch Eingänge schaffen, damit die Reisigmützen nicht zu schnell Schaden nehmen. Außerdem soll ein Schild die Eltern auf Vorsicht im Umgang mit dem Kunstwerk hinweisen. „Ich habe den Kindern erklärt, dass die Reisigmützen für die Riesen sind, die sich im Winter darüber freuen werden. Das fanden die Kinder ganz prima“, berichtete die Künstlerin lachend.

Sie rechnet damit, dass das Werk bis zu drei Jahre steht, bevor die Natur es allmählich dem Erdboden gleich machen wird. Die Kunst werde hier der Natur unterliegen, „es bewegt sich immer etwas“, sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann, der dem Kunstverein für das neue Werk und den Erhalt des Kunstwanderwegs dankte.

Seit 2005 widme sich Franke der „Landart“, schaffe also Kunst aus Naturmaterial, erklärte Vereinsvorsitzende Sylvia van der Drift. Die gebürtige Münchnerin studierte Grafikdesign und Kunsterziehung. 1986 erhielt Franke den Förderpreis der Münchner Prinzregent-Luitpold-Stiftung. Drei Jahre lang saß sie für die Grünen im Landtag und ist heute Starnberger Kreisrätin sowie Gemeinderätin in Gauting. Für das neueste Werk waren dem Kunstverein übrigens zwei lokale Sponsoren abgesprungen. So muss er allein die Kosten von 1800 Euro tragen.

Birgit Botzenhart

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