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Ein einheitliches Wanderwege-Netz für den südlichen Landkreis wird dieser Tage diskutiert.

Gemeinderat Wackersberg

Einheitliches Wanderwege-Netz: Großartig, aber zu teuer

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Die Wackersberger Gemeinderäte fordern einen fairen Schlüssel bei der Verteilung der Kosten für das Wanderwege-Netz. 

Wackersberg– Ein einheitliches Wanderwege-Netz, das den ganzen südlichen Landkreis umfasst und einheitlich beschildert ist: Der Wackersberger Gemeinderat hält dieses Projekt für sinnvoll. Bauchschmerzen bereitet den Räten allerdings die Verteilung der Kosten. Einstimmig beschlossen sie, darüber noch mal zu verhandeln.

Wie berichtet, geht dieses Projekt von der Lenggrieser Tourist-Info aus. Mehrere Gemeinden haben bereits ihre finanzielle Beteiligung zugesichert. Die Gemeinde erhielt vom Statistischen Landesamt nun die Daten, aus denen hervorgeht, wie hoch der Wackersberger Anteil ist. Demnach haben die Wanderwege auf Wackersberger Flur eine Gesamtlänge von 305 Kilometern. Für 32 Kilometer ist der Alpenverein zuständig. Weitere 88 Kilometer sind als Heilklima-Wanderwege ausgewiesen und bereits perfekt beschildert. Um weitere 23 Kilometer kümmert sich die Stadt Bad Tölz. Dabei handelt es sich vor allem um Nordic-Walking-Strecken. Bleiben also noch 162 Kilometer, für die die Gemeinde Wackersberg zuständig ist. Bürgermeister Bauer war von 80 Kilometern ausgegangen. Die Konsequenz: Die Kosten für die bevorstehende digitale Erfassung der Wege sind doppelt so hoch wie erwartet.

Die digitale Erfassung ist aber nicht nur teuer, sondern auch nützlich, weil sie nicht nur die Steckenlänge umfasst, sondern auch GPS-Daten, Höhenprofile und Steigungen. Diese Daten können dann unter anderem von Apps genutzt werden. Die Kosten für die digitale Erfassung liegen laut Bauer bei 88 Euro je Kilometer. Macht Gesamtkosten in Höhe von 14 000 Euro statt der erwarteten 7000 Euro. Richtig teuer werde es, wenn es im zweiten Schritt an die Beschilderung gehe, sagte Bauer.

Bis auf die Jachenau hätten alle Gemeinden dem Konzept zugestimmt. „Die Jachenauer haben in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben, haben selbst Schilder gemalt und eigene Karten erstellt“, erläuterte Bauer. Dieser Weg komme für Wackersberg nicht in Frage, sagte Josef Demmel: „Wir sind im Landkreis-Wegenetz mittendrin und müssen aufpassen, dass wir keinen Schilderwald bekommen.“ Zugleich forderte er, dass bei der Verteilung der Kosten ein anderer Schlüssel gefunden werden müsse: „Wir müssen viel zahlen, weil wir viele schöne Wege haben. Ein anderer Schlüssel wäre fairer.“ Man könne sich auch an Übernachtungs- und Einwohnerzahlen orientieren, schlug Bauer vor.

„Von der Wegelänge her sind wir die Nummer drei im Landkreis – das ist doch der Wahnsinn“, kommentierte Martin März. Sein Vorschlag: „Wir sollten die Beschilderung ablehnen, so wie die Jachenau. Und dann schauen wir mal, was passiert.“ Josef Kaltenhauser stufte die Wege-Beschilderung als klassische Landkreis-Aufgabe ein. Die Beschilderung sei keine Pflichtaufgabe, entgegnete Bauer. Daher müsse dieser Regelung jede einzelne der 23 Kommunen zustimmen.

Bauer schlug vor, trotz aller Bedenken eine Streckenlänge von 162 Kilometern zu melden. Nur für gemeldete Kilometer gebe es die Chance, Geld aus dem Leader-Förderprogramm zu bekommen. „Es wäre eine großartige Sache, wenn wir das hinbekommen. Im Detail können wir ja dann immer noch sagen, welche Bereiche wir beschildern möchten und welche nicht.“ Zugleich will der Bürgermeister versuchen, in den Verhandlungen einen faireren Schlüssel bei der Verteilung der Kosten zu finden. Diesem Vorschlag stimmten die Räte zu.

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