Idyllische Lage: Die ehemalige „Quellen“-Wirtschaft in Wackersberg. Das Haus wird jetzt saniert, und es werden Ferienwohnungen geschaffen.
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Idyllische Lage: Die ehemalige „Quellen“-Wirtschaft in Wackersberg. Das Haus wird jetzt saniert, und es werden Ferienwohnungen geschaffen.

Kernsanierung

Einstige „Quellen“-Wirtschaft in Wackersberg: Umbau hat begonnen

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die einstige „Quellen“-Wirtschaft in Wackersberg wird gerade umgebaut. Trotz Ferienwohnungen soll ein Teil des Hauses für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, verspricht Besitzer Anton Hoefter.

Wackersberg – Mit der idyllisch gelegenen ehemaligen „Quellen“-Wirtschaft verbinden viele Isarwinkler Erinnerungen, vor allem an den letzten Wirt Toni Klee und an seine legendären Volksmusik-Abende.

Die Adresse „Quelle 1“ geht zurück ins 19. Jahrhundert. Laut Wackersberger Chronik entdeckte man hier 1856 am Sauersberg eine Quelle, deren Wasser medizinisch genutzt werden konnte. 1863 errichtete die Jodquellen AG ein Gebäude mit einer Verdampfungsanlage. Somit konnte man aus dem Wasser Jodprodukte herstellen. Später diente das Gebäude als Wohnung für den Brunnenwart sowie als Lager. Dann wurde es in eine Wirtschaft umgewandelt, mit der sich Toni Klee viele Jahre einen Namen machte. Ab 2001 konnte es Künstlerin Sabrina Hohmann als Atelier nutzen. Sie musste das Gebäude dieses Jahr verlassen, weil es Eigentümer Anton Hoefter anders nutzen möchte (wir berichteten).

Der Wackersberger Gemeinderat genehmigte vier Ferienwohnungen und eine Wohnung. Das Landratsamt stimmte im Herbst zu. Laut Behörde handelt es sich um ein „besonders erhaltenswertes und die Kulturlandschaft prägendes Gebäude“. Unter Denkmalschutz steht es jedoch nicht. „Aufgrund dieser Rechtsgrundlage ist die Nutzungsänderung innerhalb des Gebäudes zu Ferienwohnungen möglich“, sagt Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts.

Eigentümer Anton Hoefter hat inzwischen mit den Bauarbeiten begonnen. Die Kosten für die Kernsanierung liegen im sechsstelligen Bereich, sagt er. Das Gebäude müsse technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. „Das letzte Mal wurden in den 1950er-Jahren die Leitungen gemacht.“ Auch das Dach wird komplett erneuert, nennt Hoefter ein weiteres Beispiel. „Es ist eine Herausforderung, den Charakter des Hauses trotz Sanierung zu bewahren.“ Die vier Ferienwohnungen sollen im Herbst 2021 fertig sein. Eventuell werde er auch die weitere Wohnung vermieten. „Das ist noch offen.“ Selbst will er jedenfalls nicht einziehen.

Auch im Garten möchte Hoefter „etwas anbieten“. Was, sei noch nicht spruchreif und soll in Absprache mit der Gemeinde geschehen. Eine Außensauna sowie ein Schwimmbecken hatte der Gemeinderat im Sommer abgelehnt (wir berichteten).

Hoefter möchte, dass das Gebäude weiterhin einen „öffentlichen Charakter“ hat. Ähnlich wie er die Wandelhalle in Bad Tölz gelegentlich für kulturelle Events nutzt, soll es auch in der „Quelle“ sein. Deshalb soll die ehemalige Gaststube erhalten bleiben, inklusive einer kleinen Küche. Sie soll sowohl von den Feriengästen benutzt als auch in Absprache von Externen angemietet werden können, zum Beispiel für private Feiern oder Seminare. „Das Catering kann ein Anbieter übernehmen“, sagt Hoefter. Die Geschichte des Hauses soll präsent bleiben, etwa mit Texten auf der Webseite und in den Wohnungen.

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