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Im Zuge der Altarweihe wurde Weihrauch entzündet, „als Zeichen des Gebets“, wie Kardinal Reinhard Marx sagte.

Einweihung des neuen Altars

Die Herzen voller Freude

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Arzbach - Es war ein Festtag für ganz Arzbach: Gestern wurde der neue Altar in der renovierten Filialkirche durch Kardinal Reinhard Marx feierlich eingeweiht.

Besser hätte sich das Wetter für den Anlass nicht zeigen können: Zur festlichen Wiedereröffnung der Arzbacher Herz-Mariä-Kirche am Sonntag strahlte die Sonne und erhellte den Innenraum des kleinen Gotteshauses. Alle Plätze waren belegt, einige Besucher mussten stehen. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Kirchenchor unter der Leitung von Klaus Seidl und die Wackersberger Blaskapelle mit Dirigent Thomas Hölzl.

„Die ganze Gemeinde freut sich über den heutigen Sonntag“, sagte Pfarrer Leo Sobik strahlend und begrüßte den Ehrengast: Kardinal Reinhard Marx. Der bekräftigte, dass er gerne nach Arzbach gekommen sei, in diese „aktive, lebendige Gemeinde, die sich so engagiert für die Renovierung eingesetzt hat“. Die Kirche sei der zentrale Punkt des Ortes. Feierlich weihte der Kardinal das neue Taufbecken und den Ambo. „Hier wird das Wort Gottes gelesen“, sagte Marx, der humorvoll anfügte: „Nicht die neuesten Nachrichten oder die Bundesliga-Ergebnisse.“

In seiner Predigt lobte Kardinal Marx den Einsatz der Arzbacher für ihre Kirche. Schon als sie nach dem Krieg erbaut wurde, hätten sich die Bewohner gesagt: „Wir brauchen eine größere Kirche. Wir wollen nicht ohne Kirche, nicht ohne Jesus leben.“ Der Mensch vergesse oft, was wichtig sei. „Er hat Sorgen, lebt in den Tag hinein.“ Dann könne er stets auf die Kirche schauen. „Nicht auf das Bauwerk, sondern auf das, was dort geschieht.“

Das Evangelium stehe für die Liebe Gottes, das Zugehen Gottes auf den Menschen. Das sei weit mehr als eine „gute Nachricht“, wie das Wort oft übersetzt werde. „Eine gute Nachricht bekommt man auch per Telefon, E-Mail oder manchmal in der Zeitung.“ Dann zog er eine Parallele zur Zeit Jesu. „Er kam aus dem kleinen – heute würde man sagen konservativen – Bergnest Nazareth.“ Seine Sehnsucht habe ihn weit hinausgetragen. So kam er nach Galiläa, einer „multikulturellen“ Gegend, so Marx. „Dort wollte er hin, er wollte allen Völkern das Evangelium verkünden.“ Es solle keine Angst machen, „es hebt empor“. Die Kirche solle Ort der Hoffnung sein. „Man ist nie alleine für sich.“ Deshalb rief er die Arzbacher auf: „Macht diese Kirche zu einem lebendigen Leib, singend, betend. Sorgt dafür, dass man jederzeit reingehen kann. Haltet durch eure Präsenz die Kirche offen.“

Dann wurden Reliquien des heiligen Johannes Baptist de La Salle und seligen Otto von Freising in den Altar eingelassen. Ein Handwerker versiegelte direkt vor Ort das Grab. Zur feierlichen Weihe rieb Marx den Altar mit Chrisamöl ein und verteilte Weihrauch darauf, der entzündet wurde. In kürzester Zeit war die ganze Kirche erfüllt mit dem Geruch des Weihrauchs.

Die Kirche sei „eine Stätte des Friedens für die ganze Gemeinde“, sagte Marx. „Von hier aus sollen die Kräfte der Versöhnung und des Friedens in die Arzbacher Familien kommen.“ Pfarrer Leo Sobik dankte dem Kardinal und allen weiteren Mitwirkenden für „die großartige Feier. Mein Herz ist voller Freude.“ Am Ende sprach Marx noch seinen Segen aus: „Für alle, die ein- und ausgehen in Arzbach – und auch für die, die durchfahren.“

Bilder: Altarweihe in Arzbach

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