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Diese beiden Esel tragen zum „Weideprojekt Isaraue“ ihren Teil bei, erklären (Mitte, v. li.) Joachim Kaschek, Projektmanager Markus Henning und Isartalvereins-Vorsitzender Erich Rühmer bei einer öffentlichen Führung

Weideprojekt

Esel und Ziegen beißen Isarauen frei

„Biologische Mähmaschinen“ sollen der Verbuschung in den Isarauen zwischen Bad Tölz und Lenggries Herr werden. Diesen Versuch stellte Joachim Kaschek von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt bei einer öffentlichen Führung vor.

Wackersberg Ein solches Weideprojekt habe schon auf dem rechtsseitigen Isarufer unterhalb von Lenggries ganz gut funktioniert, sagte Kaschek beim Ortstermin. Jetzt sind im zweiten Jahr 36 Ziegen und sechs Esel am linksseitigen Ufer in der Nähe des Wackersberger Ortsteils Bibermühle als Landschaftspfleger unterwegs. Die Beweidung soll zum Erhalt der Auenlandschaft beitragen.

„Die Isar ist ein alpiner Wildfluss, der bei Hochwasser sehr schnell ansteigt und dann auch wieder abfällt. Dadurch bringt er viel Geschiebe mit sich“, erklärte Markus Henning vom Maschinenring Wolfratshausen bei der öffentlichen Besichtigung des Weideprojekts. Der Projektmanager betonte: „Die Isar modelliert sich so selbst und verändert ihren Lauf eigentlich nach jedem Hochwasser.“ Dem steht allerdings die seit 60 Jahren anhaltende Verbauung des Ufers entgegen. Damit hat sich der Fluss zum Teil bereits drei bis vier Meter tief eingegraben. „Wir wünschen uns hingegen ein ziemlich breites, freies und auch Landschaft prägendes Gries“, sagte Henning.

Bis zum Jahr 2020 ist das Projekt ausgelegt, das auch vom Bundesamt für Naturschutz und dem bayerischen Naturschutzfonds maßgeblich gefördert wird. Träger der Maßnahme „Weideprojekt Isaraue“ ist der Isartalverein, dessen Vorsitzender Erich Rühmer ebenfalls an der Führung teilnahm.

Die Beweidung findet in speziell eingerichteten Koppeln auf der Flur des Wasserwirtschaftsamts Weilheim statt. Die Ziegen und Esel gehören Kaspar Fischer aus Gaißach, der in der Region seit einiger Zeit auch als Isar-Ranger aktiv ist.

Die öffentliche Führung war allerdings kein voller Erfolg, denn trotz unübersehbarer Bissspuren hatten sich die Ziegen bei der sommerlichen Hitze in die (noch) buschigen Teile der Koppel zurückgezogen. Zumindest ließ sich dann aber zur Freude der Besucher ein Eselpärchen blicken. 

Ewald Scheitterer

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