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Faschingszug: Countdown in Arzbach

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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600 Teilnehmer, bis zu 8000 Zuschauer: Am Sonntag wird Arzbach zur Faschings-Hochburg, wenn sich der Gaudiwurm durchs Dorf schlängelt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Arzbach – Der Isarwinkel ist nicht unbedingt als Faschings-Hochburg bekannt. Das ändert sich am Sonntag: Dann startet in Arzbach der Faschingszug – mit 600 Teilnehmern und zwischen 5000 und 8000 Zuschauern am Straßenrand. „Der letzte Zug war schon gigantisch“, sagt Mike Raphelt. „Wir hoffen, dass es wieder so wird“, so der Präsident des Komitees.

Der Arzbacher Faschingszug hat eine lange Tradition. Schon in den 1950er-Jahren zogen die Maschkera durch den Ort. Nach 1969 gab es eine lange Pause, ehe 1999 die Tradition wieder auflebte. „Das war eine Idee am Stammtisch“, erinnert sich Raphelt. Seither findet alle zehn Jahre ein Zug statt.

Die Vorbereitungen für die jüngste Auflage begannen im September des vergangenen Jahres. Um eine Veranstaltung in dieser Größenordnung zu stemmen, sind unglaublich viele Helfer notwendig. Raphelt schätzt, dass sich allein 250 bis 300 Menschen am Bau der 32 Wagen beteiligten: „Oft waren 30 bis 40 Leute gleichzeitig damit beschäftigt. Alle waren mit Herzblut dabei.“ Der technische Aufwand ist hoch. Auf einem Wagen gibt es beispielsweise den funktionierenden Nachbau einer Lift-Anlage. Auf einem anderen kommt eine Nebelmaschine zum Einsatz. Begleitet werden die Wagen von bis zu zwölf Fußgänger-Gruppen, darunter Blaskapellen aus dem Ort und der Umgebung.

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Das Komitee kümmert sich darum, dass alles in geregelten Bahnen läuft. Erst einmal wöchentlich, mittlerweile vergeht kein Tag, an dem sich Raphelt nicht mit dem Faschingszug beschäftigt. Es geht beispielsweise um den Einkauf. Allein der Komitee-Wagen wird 100 Kilo Süßigkeiten an Bord haben. Im Festzelt werden dann unter anderem 200 Liter Gulaschsuppe und 1500 Wiener Würste an hungrige Maschkera verkauft.

Im Vergleich zur letzten Auflage vor zehn Jahren habe sich einiges geändert, sagt Raphelt. Die Sicherheits-Vorgaben seien strenger, der Aufwand deutlich höher. Erstmals kümmert sich der Verein selbst um den Festzelt-Betrieb. Zwölf Security-Kräfte achten darauf, dass im 1000 Personen fassenden Festzelt alles in geregelten Bahnen läuft. Am Straßenrand übernehmen diese Aufgabe unzählige Feuerwehrleute. Der TÜV nimmt am Freitag und Samstag alle Wagen genau unter die Lupe. Die Prüfer achten darauf, dass alle Geländer an den Wagen die vorgeschriebene Höhe haben und die Bretter an den Reifen weit nach unten gezogen sind. So können keine Kinder unter Reifen geraten, die den Süßigkeiten hinterher hechten.

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Dramatisch geändert hat sich auch der Werbe-Feldzug. Vor zehn Jahren setzten die Maschkera noch ganz auf Plakate. Nun läuft die Werbung komplett über Facebook und WhatsApp. Zudem drehte Veronika Partenhauser einen Werbeclip, der inzwischen 3000-mal aufgerufen wurde. „Das ist ein Klassiker“, sagt Raphelt, „Der Film ist in aller Munde. Die Veronika ist ein Genie.“

Was treibt die Organisatoren an, monatelang zu arbeiten? „Wir wollen, dass sich im Ort was rührt“, sagt Raphelt. Außerdem wird der Zusammenhalt durch solche Veranstaltungen gefördert.“ Beim Aufbau des Festzelts hätten beispielsweise „überraschend viele“ Leute mitgeholfen, so dass es binnen kürzester Zeit aufgebaut war.

Freuen dürfen sich acht Dorf-Vereine: Unter ihnen wird der Erlös aufgeteilt.

Infos zum Faschingszug

Los geht es schon am Freitag um 20 Uhr mit der Warm-Up-Party mit einem DJ und der „Wackersberger Blechband“. Am Sonntag stellen sich um 11 Uhr die Wagen in der Längentalstraße auf. Um 13.28 Uhr startet der Zug. Es geht an der Kapelle, am Sportheim, Feuerwehrhaus und „Kramerwirt“ vorbei. Nach zweieinhalb Stunden wird der Gaudiwurm an seinem Ziel, dem Parkplatz am Feuerwehrhaus, ankommen. Wo es Parkplätze gibt, ist wetterabhängig. Die Organisatoren empfehlen eine Anreise mit der BOB über den Bahnhof Obergries.

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