Die Betonsperre ist eine der vielen Maßnahmen, um den Arzbach zu bändigen. Bei den weiter geplanten Vorkehrungen explodieren nun die Kosten.
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Die Betonsperre ist eine der vielen Maßnahmen, um den Arzbach zu bändigen. Bei den weiter geplanten Vorkehrungen explodieren nun die Kosten.

Gemeinderat

Nachhaken beim Hochwasserschutz in Wackersberg

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Fast doppelt so teuer wird die geplante Hochwasserschutz-Maßnahme am Arzbach. Die Mitglieder des Wackersberger Gemeinderats waren in ihrer Sitzung entrüstet.

Wackersberg – Vor zwei Wochen hatte das Thema bereits in der Lenggrieser Gemeinderatssitzung für heftige Diskussionen gesorgt (wir berichteten). Am Dienstagabend zeigten sich nun auch die Vertreter in Wackersberg nicht erfreut über die drastische Kostensteigerung der Hochwasserschutz-Maßnahme am Arzbach.

„Laut der Kostenschätzung aus 2016 hätte die Maßnahme 620 000 Euro gekostet“, so Bürgermeister Jan Göhzold. Davon stemmt das Wasserwirtschaftsamt (WWA) 70 Prozent, die Gemeinden Lenggries und Wackersberg teilen sich die restlichen 30 Prozent auf. Nun aber liegt eine neue Kostenaufstellung vor. „Damit lägen wir bei 1,1 Millionen Euro.“

Erklärung der WWA: Personelle Engpässe

Das WWA hat den Gemeinden eine Erklärung geschickt. Ursprünglich hätte die Flussmeisterstelle Lenggries die Arbeiten ausführen können. Dabei geht es um die Errichtung von Deichen und Mauern, die vor einem 100-jährlichen Hochwasser schützen sollten. Aufgrund personeller Engpässe sei die Planung so nicht möglich. Nun müsse ein externes Bauunternehmen mit den Baumeister- und Ingenieursleistungen beauftragt werden.

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Den Räten wollte das alles nicht so recht einleuchten. „Wir können doch nicht dafür zahlen, dass das WWA Personalprobleme hat“, sagte Barbara Camelly. Außerdem, so war sich die Runde einig, hätte seit der ursprünglichen Planung schon viel mehr passieren müssen – die Bauzeit ziehe sich deutlich zu lange hin. Nikolaus Braun wunderte sich sehr über die drastische Preissteigerung: „Dann muss die ursprüngliche Kalkulation eigentlich völlig daneben gewesen sein.“

Gemeinderäte unzufrieden

Sauer stieß den Gemeinderäten noch dazu die Klausel auf, dass auch während der Bauarbeiten zusätzliche Kosten entstehen könnten, die dann wiederum auf die Gemeinden umgelegt würden. Die Räte wollten daher nicht ihr Okay für die Steigerung geben. Die Abstimmung wurde vertagt. Bürgermeister Jan Göhzold versprach noch einmal nachzuhaken. „Vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit, dass das WWA selbst die Planungen übernimmt.“

Sperrung der Alpenbadstraße für zwei Monate

Sollte die Baumaßnahme wie geplant starten, wäre im März und April 2021 die Alpenbadstraße komplett gesperrt. Die Umleitung gestaltet sich schwierig, denn die Straße ist eine Sackgasse. Die einzige Möglichkeit umzuleiten führt über den Campingplatz. Ob dort auch größere Fahrzeuge durchkommen, ist fraglich. Göhzold: „Es gab schon einige Gespräche, aber das Thema ist noch nicht durch.“

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