Marseille: Auto rast in Bushaltestelle - eine Tote

Marseille: Auto rast in Bushaltestelle - eine Tote
+
Die Grundschule in Wackersberg soll eine „Flexible Grundschule“ werden. 

Wackersberger Grundschule 

Neue Chance dank Kombi-Klassen

  • schließen

Unter großen Protesten von Eltern und Lehrern wurde vor zehn Jahren eine Kombi-Klasse an der Grundschule Wackersberg eingeführt. Inzwischen sind es drei, und keiner will sie mehr missen. Und es eröffnen sich sogar neue Chancen.

Wackersberg– Man befürchtete, den Kindern nicht gerecht werden zu können. Es sei der falsche Weg, bei den Kleinsten zu sparen: Als im Jahr 2007 die erste Einrichtung einer Kombi-Klasse in Wackersberg angedacht war, waren die Bedenken bei Eltern und Lehrern groß. Eine Initiative versuchte, die Einführung zu verhindern.

„Die Vorteile der Kombi-Klassen überwiegen eindeutig“, sagte nun, knapp zehn Jahre später, Gemeinderätin Maria Wolf in der Sitzung des Gremiums. Sie ist zugleich Elternbeirätin. „Wir sind damit super gefahren, haben es lange erprobt. Die Kinder profitieren voneinander.“

Das Thema wurde an diesem Abend besprochen, da die Wackersberger Grundschule alle Voraussetzungen erfüllt, die sogenannte Flexible Grundschule einzuführen. Das bedeutet: Schüler, die etwas größeren Förderbedarf haben, können die ersten beiden Schulklassen auch in drei Jahren absolvieren. Zugleich gibt es auch die Möglichkeit, die ersten beiden Klassen in nur einem Jahr zu bewältigen.

„Dadurch dass bei uns sowieso die ersten beiden Klassen kombiniert werden, wird das Kind nicht aus einem bestehenden Verbund rausgerissen. Es fällt im Grunde nicht auf“, sagte Wolf.

„Die flexible Grundschule bietet die Möglichkeit, sich noch mehr an der Entwicklung des Kindes zu orientieren“, sagt Elisabeth Kohl, Rektorin der Wackersberger Schule. Benötige ein Kind drei Jahre für die ersten beiden Klassen, werde dies nicht auf die Schulpflicht angerechnet. „Es ist also kein Sitzenbleiber“, wie Josef Demmel in der Gemeinderatssitzung sagte.

Drei Jahre lang ist die Flexible Grundschule nun als Modellversuch getestet worden, nun können sich interessierte Einrichtungen bewerben. „Wir haben die Voraussetzungen, weil wir mit den Jahrgangs-Kombiklassen schon gute Erfahrungen gemacht haben“, sagt Kohl. „Die Bewerbung ist ein logischer Schritt.“ Praktisch würde es so ablaufen: „Man überprüft am Ende des ersten Schuljahres, ob das Kind die beiden Klassen in einem Jahr, zwei oder drei Jahren schafft.“ Vom Organisatorischen her würde sich nicht viel ändern. „Der Unterricht läuft genau gleich ab“, sagt Kohl.

Die Flexible Grundschule und die Kombi-Klassen hätten den großen Vorteil, „dass man besser auf die individuelle Ausgangslage der Kinder eingehen kann“, so Kohl. Die älteren Schüler helfen den jüngeren, ein Kind das im ersten Jahr Unterstützung erhalten habe, werde im zweiten Jahr oft selbst zum Unterstützer. „So lernen sie Teamfähigkeit und ihr Wissen noch einmal zu verbalisieren.“

Nach den anfänglichen Protesten habe man sich in Wackersberg nun ganz bewusst dafür entschieden, die Kombi-Klassen beizubehalten – in diesem Jahr sind es erstmals drei. „Wir versuchen, die Klassen möglichst gleichstark mit Erst- und Zweitklässlern zu bilden.“ Dann ließen sich leichter Lernpartner zuordnen. Aber auch, wenn es eine ungleiche Zahl sei, sei es kein Problem. „Es gibt starke Zweitklässler, die auch einmal zwei jüngere Kinder betreuen können.“

Je nach Klassengröße und Zusammensetzung gibt es zwei bis fünf sogenannte Differenzierungsstunden. In diesen ist ein zweiter Lehrer mit dabei. „Den klassischen Frontalunterricht gibt es nicht mehr“, sagt Kohl. „Der Lehrer ist Lernbegleiter. Die Kinder lernen, sich selbst einzuschätzen, zu reflektieren und eigene Lernwege zu finden.“ Gearbeitet wird meist mit Partner, in Kleingruppen oder alleine. „Wir schätzen ein: Wo steht das Kind, wo können wir es abholen, wo können wir es stärken?“

Im Gemeinderat waren sich alle einig, dass die Flexible Grundschule unterstützenswert sei. „Wir können uns hiermit auch ein Alleinstellungsmerkmal schaffen“, sagte Maria Wolf. Die Räte waren einstimmig dafür, sich für das Modell zu bewerben.

Wann eine Rückmeldung zu erwarten ist, kann Elisabeth Kohl noch nicht sagen. „Wir hoffen, dass unsere Bewerbung angenommen wird und wir zum neuen Schuljahr schon als Flexible Grundschule starten können.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tafel Loisachtal: Ausgabe in Kochel geöffnet
Tafel Loisachtal: Ausgabe in Kochel geöffnet
Wenn der Samen keine Grenzen kennt
Es gehört zur Gattung der Korbblütler, hat verzweigte Stängel sowie komplett gelbe Blütenstände und verleiht damit der Landschaft leuchtende Farbtupfer. Doch Vorsicht: …
Wenn der Samen keine Grenzen kennt
Heute kein Sprechtag im Tölzer Finanzamt
Heute kein Sprechtag im Tölzer Finanzamt

Kommentare