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Noch ein wenig reifen müssen die Oldenburger Äpfel im Garten von Anton Filgertshofer jun. von der Schlegldorfer Mosterei Wenig. Dort laufen die Obstpressen am kommenden Montag an. 

Obstpressen im Landkreis

Hier gibt es Saft aus eigener Ernte

Die ersten Obstpressen im Landkreis nehmen den Betrieb auf. Die Betreiber rechnen mit eher geringen Saftmengen. Ein Überblick.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Jetzt wird’s saftig: Mit Beginn der Erntezeit haben die ersten Obstpressen im Landkreis den Betrieb aufgenommen. Hier können alle Hobbygärtner den Ertrag der heimischen Bäume – in erster Linie Äpfel – abgeben und zu Saft verarbeiten lassen. Kleiner Wermutstropfen: Mit einer berauschenden Ernte ist heuer nicht zu rechnen.

Schlegldorf

Die Obstpresse in der Schlegldorfer Mosterei Wenig nimmt am Montag, 4. September, den Betrieb auf. Hier werden die abgegebenen Äpfel und Birnen gewogen, dafür bekommen die Lieferanten die entsprechende Menge Fruchtsaft zurück. Angenommen werden in der Mosterei nur reife Äpfel, wie Juniorchef Nikolaus Filgertshofer berichtet. „Das erkennt man an den braunen Kernen im Gehäuse“, sagt er. „Kleinere Druckstellen und Wurmlöcher sind kein Problem.“

Damit später auch wirklich kein fauler Apfel den Genuss des Saftes trübt, gibt es in der Obstpresse gleich zwei Kontrollen: eine bei der Annahme und eine gesondert auf dem Fließband. „Hier fische ich noch den einen oder anderen Apfel raus.“

Benediktbeuern

Auch beim Garten- und Verschönerungsverein Benediktbeuern legt man auf die Kontrolle großen Wert: „Mir ist es wichtig, dass alles sehr hygienisch abläuft und später keiner Bauchschmerzen bekommt“, betont die Vorsitzende Agathe Kießling. Um den Apfelsaft so sauber wie möglich zu halten, hat der Benediktbeurer Verein eigens eine „High-Tech-Maschine“ aus Edelstahl angeschafft: „Mit dieser können wir den Saft lebensmittelecht und besonders rein pressen.“ Nicht besonders zuversichtlich ist Kießling allerdings, was die Ernte angeht. Sie fürchtet, dass sie noch magerer ausfällt als im schwachen vergangenen Jahr: „Würde ich dieses Jahr ein Viertel von dem pressen, was in einem guten Jahr anfällt, wäre ich mehr als zufrieden.“

Eurasburg

Auch in Eurasburg bangt man um die Ernte: „Ich beobachte bereits, wie die ersten Äpfel von den Bäumen fallen“, berichtet die Vorsitzende des dortigen Gartenbauvereins, Irene Grünwald. Dabei wirft ihr Verein die Presse erst an, wenn größere Mengen angeliefert werden. „Drei bis vier Zentner Äpfel wären optimal“, sagt Grünwald. Damit solche Massen reibungslos verarbeitet werden können, muss man sich vorher telefonisch anmelden.

Egling

Der Gartenbauverein Egling beginnt Mitte September mit der Apfelsaftproduktion. Wer sein Obst abgeben will, sollte sich vorher telefonisch anmelden und die ungefähre Menge mitteilen. „Die Mindestabgabemenge beträgt bei uns rund 50 Kilo. Vorher lohnt es sich nicht“, erklärt die Vorsitzende Inge Buchner. Hier bekommt man Saft aus seinen eigenen Äpfeln: „Dieser Apfelsaft schmeckt mir persönlich auch am besten“, sagt die Eglingerin.

Königsdorf

Schon seit dem 18. August laufen die Pressen des Obst- und Gartenbauvereins in Königsdorf. Gartenbesitzer können hier Äpfel, Birnen und Quitten verarbeiten lassen. Damit keine langen Wartezeiten entstehen, sollte man auch hier einen Termin vereinbaren: „Denn hier bekommt jeder seinen eigenen Saft“, erklärt die Vorsitzende Katharina Demmel. Faule Äpfel würden notfalls am Fließband aussortiert. Auch Demmel rechnet mit einer geringen Apfelernte: „Genau lässt sich das nie sagen. Wir hatten zwar eine wahnsinnige Blüte, aber der Frost hat viel kaputt gemacht. Auch der Sturm vor einer guten Woche hat einiges mitgenommen.“ Gepresst wird in Königsdorf noch bis eine Woche nach Kirchweih.

Beuerberg

Der Garten- und Verschönerungsverein Beuerberg-Herrnhausen hat die Saftsaison am 22. August eingeläutet. Für die Obstpresse in Beuerberg ist Rentner Othmar Winterling gemeinsam mit 16 Mitstreitern verantwortlich. Offiziell gibt es hier keine Mindestabgabemenge: „Ein Zentner sollte es aber schon sein“, sagt Winterling. Nach telefonischer Anmeldung werden Äpfel, Birnen und Quitten gepresst. Sogar ein extra „Apfelhandy“ gibt es: „Dort ist rund um die Uhr jemand zu erreichen“, verspricht der Beuerberger.

Münsing

Wer zu viele Äpfel hat, um all den Saft selbst zu trinken, kann seine Obsternte auch verkaufen: Laut der 2. Vorsitzenden der Solidargemeinschaft Oberland, Dorle Thanbichler, haben Interessierte die Möglichkeit, ihr Obst zum Lagerhaus Graf nach Münsing zu fahren. Hierfür gibt es zwei Termine: einen Mitte und einen Ende September. „Für 100 Kilogramm Äpfel erhält man rund 17 Euro“, sagt Thanbichler. Um seine Äpfel dort an den Mann zu bringen, muss man strenge Vorgaben einhalten: „Die Verkäufer müssen schriftlich erklären, dass das Obst nicht gespritzt ist und es sich um Äpfel von Streuobstwiesen handelt“, erklärt die gebürtige Königsdorferin. Aus diesen Äpfeln wird dann der in der Region verkaufte naturtrübe Oberland-Apfelsaft des Netzwerks „Unser Land“ gepresst.

Kontaktdaten

Infos und, falls nötig, Anmeldung bei den Obstpressen unter folgenden Telefonnummern: Benediktbeuern: 0 88 57/83 19; Beuerberg: 0 81 79/14 76 oder 01 76/ 72 96 34 32; Egling: 0 81 76/ 70 64; Eurasburg: 0 81 79/743; Königsdorf: 0 81 79/88 71 oder 01 62/7 45 40 13; Mosterei Wenig, Schlegldorf: 0 80 42/25 57.

Maximilian Thoma

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