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Eine „himmlische Baustelle“ in St. Nikolaus

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Von: Alois Ostler

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Luftiger Arbeitsplatz: Die Maler Werner Krammer und Mario Ibelherr streichen die Decke mit Weißkalk.
Luftiger Arbeitsplatz: Die Maler Werner Krammer und Mario Ibelherr streichen die Decke mit Weißkalk. © Sappl

Die Renovierung der Wackersberger Pfarrkirche St. Nikolaus ist eine beispielhafte Gemeinschaftsleistung. Rund 70 Freiwillige haben das Gotteshaus in ein Schmuckstück verwandelt. Pfarrer Leo Sobik sagte jetzt allen Unterstützern „Vergelt‘s Gott“.

Wackersberg – „War das jetzt Arbeit oder eher schon Urlaub? Bernhard Sappl ist hin- und hergerissen. „Es war auf alle Fälle eine traumhafte, himmlische Baustelle“, sagt er. Sappl war seit Anfang Juni 2021 fast jeden Tag in der Wackersberger Kirche und organisierte die Arbeiten. Mittags kam Edith Kramer vom „Alten Tiroler“ auf der anderen Straßenseite und tischte den Arbeitern Essen auf. Nachmittags gab es dann noch Kaffee und Kuchen. „Jetzt müssen wir wieder abspecken“, scherzte Sappl bei der nachgeholten Feierstunde in der Sonntagsmesse.

Applaus von Kirchenbesuchern

Bereits Anfang Dezember war die Kirche wieder eröffnet worden. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Sappl damals nicht mitfeiern. Umso mehr freute er sich jetzt mit Edith Kramer über die Ehrung durch Pfarrer Leo Sobik. Für Kramer und Sappl gab es jeweils einen Gutschein samt Geschenkkorb – und langen Applaus der vielen Kirchenbesucher. Sie waren sich mit Sappl einig: „Es war eine großartige Gemeinschaftsleistung von vielen.“

Geschenke und ein herzliches Vergelt‘s Gott: (v. li.) Pfarrer Leo Sobik dankt Bernhard Sappl und Edith Kramer. 
Geschenke und ein herzliches Vergelt‘s Gott: (v. li.) Pfarrer Leo Sobik dankt Bernhard Sappl und Edith Kramer.  © Peter Kiesl

Helferfest im Frühjahr geplant

Im Frühsommer soll es für alle ein gemütliches Helferfest geben. Dann haben sie sich viel zu erzählen, die Frauen und Männer aus der Pfarrgemeinde. Seit dem Startschuss am 6. Juni gab es jede Menge zu tun: der Ausbau des Holzbodens und Gestühls sowie der alten Bankheizung. Nach dem Bodenaustausch wurde eine neue Fundamentierung eingebracht. Dann wurden Bänke und Boden gebürstet und wieder eingebaut, ehe es an Wände und Decken ging: Abschleifen und Abwaschen der alten Anstriche. Die rund 1000 Quadratmeter wurden grundiert und sechs Mal gekalkt. „Das sind 7000 Quadratmeter Anstrich“, hat Sappl zusammengerechnet.

Beginn der Arbeiten: Nach dem Bodenaustausch wird die neue Fundamentierung im Kirchenschiff eingebaut.
Beginn der Arbeiten: Nach dem Bodenaustausch wird die neue Fundamentierung im Kirchenschiff eingebaut. © Sappl

Auch die weiteren Arbeiten hat er fein säuberlich aufgelistet: Stromnetz erneuern, neue Bankheizung und Polster einbauen sowie Ausbessern der Altäre, Figuren, Apostelzeichen, Säulen und Bilder. Das Taufbecken erhielt neuen Glanz, die Marmorböden wurden ergänzt und dann ging es an die große Kirchenreinigung. „Man könnte ein Buch schreiben über die rund 3000 Stunden Eigenleistung“, so Sappl.

Viele Rentner waren engagiert

Unter vielen anderen waren hauptsächlich die Rentner im Einsatz mit teilweise einem Schnitt von über 70 Jahren. „Es waren ehemalige Maler und auch junge Fachkräfte bei der Restaurierung dabei, dafür sind wir sehr dankbar.“ Alle Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit dem Baureferat der Erzdiözese und dem Denkmalschutz.

Viele Firmen haben Maschinen, Gerüst, Werkzeuge oder Fahrzeuge kostenlos gestellt und zudem Material gespendet. „Dank der über 40 Einzelspenden von Pfarrangehörigen und des gemeindlichen Zuschusses konnten wir alle Rechnungen mit einer Summe von 75 000 Euro bezahlen“, freut sich Sappl. Die Gesamtbaumaßnahme beziffert er mit rund 120 000 Euro. Der Kostenrahmen wurde nicht überschritten.

Pfarrer dankt den Helfern

Dem Organisationsgeschick von Sappl und der enormen Einsatzbereitschaft der vielen Helfer sei es zu verdanken, dass die Innenrenovierung in so kurzer Zeit über die Bühne ging, sagte Pfarrer Sobik in seiner Laudatio. Über 15 Jahre habe die Pfarrei auf die dringende Sanierung gewartet – und sei immer wieder vom Ordinariat vertröstet worden. Deshalb habe die Kirchenverwaltung vergangenes Jahr beschlossen: Wir machen das in eigener Regie. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen – es wurde Unwahrscheinliches geleistet.“

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