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Ideale Lage, aber nicht unbedingt bequem: Die Burg Hoheneck in Oberfischbach war nur kurze Zeit bewohnt. Heute ist nur noch eine Ruine zu sehen. Die Skizze der Burg stammt aus der Chronik von Wackersberg. 

Hoheneck

Eine kurzlebige Burg

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Oberfischbach –  Die Pläne für das neue Mehrgenerationenhaus am Saumweg in Oberfischbach bringen auch historisch Interessantes zum Vorschein. Zum Beispiel die Ruine der Burg Hoheneck.

Auf dem Plan, der das Gebiet zeigt, auf dem das neue Mehrgenerationenhaus entstehen soll, ist auch ein Bodendenkmal eingezeichnet. Es sind die Ruinen der ehemaligen Burg Hoheneck. Viel zu sehen ist heute nicht mehr von dem Gebäude.

Laut Stephan Bammer, Vorsitzender des Burgvereins Hohenburg in Lenggries und Autor der Wackersberger Gemeindechronik, sieht man noch einen Sporn, der herausragt, „wie er typisch ist für solche Ruinen“. Ebenfalls noch vorhanden sind so genannte „Halsgräben“. Diese wurden laut Bammer an Stellen errichtet, die nicht auf natürliche Weise geschützt waren. Im Falle der Burg Hoheneck fällt das Gelände nach vorne hin steil ab. Auf der hinteren Seite wurde ein Graben ausgehoben und ein Wall errichtet.

Die Lage der Burg Hoheneck war ideal. „Man konnte schön auf die Isar runter schauen“, sagt Bammer. Genutzt wurde sie allerdings höchstwahrscheinlich als Herrschaftssitz. Etwa um das Jahr 1155 wurde sie das erste Mal erwähnt. Zwei Brüder aus dem Geschlecht der Hohenburger, Adalbero und Richer, nannten sich damals nach der Burg Hoheneck. Richer, auch Rickher geschrieben, zog vermutlich mit Heinrich dem Löwen in den Kreuzzug. Laut der Chronik von Wackersberg ging das Anwesen 1257 an das Kloster Tegernsee.

"Burg war nicht unbedingt bequem"

Schon im 14. Jahrhundert aber, so Bammer, wurde die Burg wieder aufgelassen. Warum, darüber kann man nur spekulieren. „Es war ja keine Burg, um eine Herrschaft auszuüben“, sagt der Geschichtsexperte. Es sei lediglich ein Zweitsitz gewesen. Vermutlich gab es nicht mehr so viele Nachkommen. „Es war auch nicht unbedingt bequem, in einer Burg zu hausen.“ Die Herren zu Hoheneck hätten schließlich wohl einen Bauernhof als Wohnung vorgezogen. Vermutet wird, dass der „Bürgbauer“, ein Hof im Ortsteil Bürg, aufgrund seiner Nähe und des Namens zur Burg Hoheneck gehörte.

Es gibt aber auch andere Erklärungen für den Untergang der Hoheneck. Franz Ngyuen vom Verein zur Erhaltung von Kultur- und Bodendenkmälern erinnert sich an eine Geschichte, die ihm seine Uroma erzählte. So sollen zwei Schwestern auf der Burg gelebt haben. Eine der beiden war blind. Beim Verteilen der Goldeinnahmen betrog die sehende ihre blinde Schwester. Als diese ihr auf die Schliche kam, wurde sie so wütend, dass sie einen Kerzenständer umschmiss. Darauf sei die Burg abgebrannt.

Keine Kapazitäten zur Ausgrabung

„Und im Sommer, wenn die Blätter im Wald golden glänzen, kann man an diesen Stellen den Goldschatz finden“, sagt Nguyen lachend. Selbstverständlich handelt es sich bei dieser Geschichte wohl um eine Legende.

Nguyen erinnert sich daran, dass er als Kind gerne zur Hoheneck gegangen sei. „Damals waren noch mehr Steine zu sehen und wir Kinder haben sogar einmal Tonscherben gefunden.“ Er ist sich sicher, dass bei Ausgrabungen noch mehr Überbleibsel gefunden werden würden. Diese seien aber eher unwahrscheinlich. Das Denkmalamt habe dafür keine Kapazitäten. „Das ist schade, man sollte die Schätze sichern, darf sie nicht verrotten lassen“, so Nguyen. Vom Bestehen der recht kurzlebigen Burg Hoheneck zeugen übrigens heute noch Namen in Oberfischbach: Bürg, Burgstein und Hoheneck.

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