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Zum Abschluss spielen „Housemusi“ und „Irisch-Bayerische Raubritter“ gemeinsam: (v. li.) Toni Fischer, Jürgen Hasl, Sepp Müller, Sonja Schroth und Marina Grübler.

Konzert

„Housemusi“ in neuer Besetzung rockt „Kramerwirt“ in Arzbach

Die „Housemusi“ ist wieder da – und wie! Der „Kramerwirt“ war  ausverkauft, als das neu formierte Trio mit dem Premierenprogramm „Isar-Loisach-Tegernsee“ auftrat.

Arzbach Die „Housemusi“ ist wieder da – und wie! Der „Kramerwirt“ war am Sonntagabend ausverkauft, als das neu formierte Trio bei seinem Heimspiel mit dem Premierenprogramm „Isar-Loisach-Tegernsee“ die Bude rockte. Sabine und Stefan Pfister haben damit zum Auftakt ihres KKK-Programms 2020 gleich einmal eine Marke gesetzt.

Sepp Müller aus Wegscheid und Toni Fischer vom Tegernsee haben Sonja Schroth aus Penzberg in ihren nunmehr „gemischten Househalt“ geholt, und das hört man ihrer schräg experimentierfreudigen Volksmusik auch an. Mit der neuen „Frauenquote“ widmen sich viele ihrer aktuellen Titel dem Geschlechterthema, diesem ewigen Rätsel mit unterschiedlichen Erwartungen und Befindlichkeiten von Mann und Frau in einer Beziehung. Das kommt bei den Zuhörern immer gut an, schließlich sitzen da ja lauter Expertinnen und Experten im Publikum. Das ist unterhaltsam, beinhaltet allerdings die Gefahr, dass es auch einmal zu platt werden kann.

Sonja Schroth komplettiert jetzt die „Housemusi“

Ja, Mann und Frau stecken immer wieder in einem Dilemma: Das wird etwa deutlich, wenn Sonja ihre Ode auf den geliebten Mann anstimmt, ihre Stimmung dann aber nahtlos in den Frust über den nicht entsorgten Müll oder herumliegende Socken und Schuhe kippt. Kein Klischee wird ausgelassen, etwa wenn „Mann“ als Küchenmeister scheitert, als es bei der Abwesenheit von „ihr“ darum geht, den hungrigen Nachwuchs fantasievoll und gesund zu bekochen. Auch bei den „Warum-Fragen“ der Kleinen wirkt er ziemlich überfordert.

„Housemusi“: Bayerisches Lebensgefühl auf derbe, aber auch melodiöse Weise

Trotz alledem besteht Hoffnung, weil Sonja trotz aller Küchen- und sonstigen Schlachten an ihrem Credo „think positive“ festhält, auch wenn der „Schachtelteufel“ ihrem Lauten und Boshaften ein Ventil gibt. Und es rutscht auch schon mal ins Makabre ab, wenn etwa der Opa auf seinem frisierten E-Bike an seinem Lebensfaden zündeln soll.

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Die „Housemusi“ bringt auf rockige und derbe, aber auch melodiöse und empfindsame Weise „bayerisches Lebensgefühl“ zum Ausdruck. Bei manchen Titeln animiert das Trio sein Publikum zum Mitsingen, doch daraus wird kein Schöngesang. Was die Drei musikalisch drauf haben, veranlasst ihr Publikum immer wieder zu spontanem Applaus: etwa wenn Toni Fischer mit einem Zithersolo von Georg Freundorfer auftrumpft, wenn sie den schneidigen „Russischen“ von Herbert Pixner, eine Zigeunerpolka oder den „Mürztaler“ interpretieren, wenn Sepp Müller ein tolles Schlagzeugsolo hinlegt und Sonja Schroth die Steirische zum Klingen bringt oder sich beim „Tölzer Schützenmarsch“ gar mit der Tuba einmischt.

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Als Vorband beeindruckte im „Kramerwirt“ das im Landkreis Miesbach beheimatete Trio „irisch-bayerische Raubritter“, dem Toni Fischer mit seiner Zither ebenfalls angehört – zusammen mit Jürgen Hasl (Gitarre) und Marina Grübler (Hackbrett). Zum Abschluss spielten beide Gruppen einige Zugaben gemeinsam. Viel Applaus!

Rainer Bannier

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