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Erfolgreiche Kinderbuchautorin: Gina Ruck-Pauquèt. 

Im Porträt: Kinderbuchautorin Gina Ruck-Pauquèt

Eine Welt, in der alles bunt ist

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Ein eintöniges Leben in einer Farbe: Das haben die Bewohner im Kinderbuch „Das Vier-Farben-Land“. Bis ein kleiner Bub aus der Masse ausbricht. Das Buch, das in Wackersberg geschrieben wurde, wurde nun neu aufgelegt.

Bad Tölz– Ungerechtigkeiten waren Gina Ruck-Pauquèt schon immer zuwider. Bereits als Kind griff sie ein, wenn sie merkte, dass etwas nicht passte. „Das hat mich immer rasend wütend gemacht, wenn jemand diskriminiert wurde, weil er irgendwie anders war“, sagt die 85-jährige Schriftstellerin, die in der Gemeinde Wackersberg lebt.

In genau diese Kerbe schlägt sie mit ihrem Kinderbuch „Das Vier-Farben-Land“, das nun 16 Jahre nach dem ersten Erscheinen neu aufgelegt wurde. Dieses Land nämlich ist unterteilt in vier Viertel: Rot, Grün, Gelb und Blau. Jedes Viertel akzeptiert nur seine eigene Farbe als das einzig Wahre, alles andere ist schlecht. Bis eines Tages in Grün ein Bub namens Erbs zur Welt kommt, der alle Farben liebt und für eine bunte Welt kämpfen möchte.

Das Buch, das sich an Kinder ab der Grundschule richtet, wurde schon mehrmals aufgelegt und hat sich immer gut verkauft. „Es passt natürlich jetzt wieder gut in den Zeitinhalt“, sagt die Autorin. Der neu gegründete „klein & groß“-Verlag in Nürnberg sei auf sie zugekommen. In der aktuellen Fassung des Kinderbuchs wurden auch die Bilder neu gezeichnet. „Es sind mehr Details zu sehen“, sagt Ruck-Pauquèt, die der Grafikerin freie Hand ließ. Die Botschaft, die sie schon vor 16 Jahren und auch heute noch mit ihrem Buch vermitteln möchte: „Anderssein ist erlaubt.“

Die Inspiration komme dauernd, über 180 Bücher hat sie verfasst, dazu etliche kleinere Geschichten. „Ich werde überschwemmt von Ideen“, sagt die gebürtige Kölnerin. „Manches schläft ein, manches möchte geschrieben werden.“ Dann schreibe sie mit Hand auf 1000 Zetteln ihre Gedanken nieder. Erst später überträgt sie diese in den Computer. „Es kommt jeden Tag vor, dass ich irgendeine Notiz nicht mehr lesen kann. Aber es fließt einfach besser aus mir raus, wenn keine Maschine dazwischen ist.“

Die ruhige Gegend, in der sie lebt, beflügelt sie zum Schreiben. Auch das „Vier-Farben-Land“ ist in Wackersberg entstanden. Doch wie kam sie überhaupt in den bayerischen Süden? „Mein Großvater ist während des Kriegs in der Jachenau gestorben“, sagt sie. Die Familie wollte die Gegend besuchen und es gefiel ihr so gut, dass sie beschloss, dorthin zu ziehen. „Meine Freunde haben damals zu mir gesagt, das hältst du nicht aus, das Landleben“, sagt Ruck-Pauquèt lachend. Das war vor über 30 Jahren.

Sie widmet sich in letzter Zeit anderen Projekten. Einen Krimi hat sie verfasst. Derzeit schreibt sie an der Geschichte ihrer Kindheit, von der Geburt bis zum Alter von 13 Jahren. „Ich war ein Kriegskind“, erinnert sich die Schriftstellerin, die nebenbei eine psychologische Praxis in München hat. „Alles, was man erlebt hat, bleibt in irgendeiner Form in einem drin.“ Obwohl sie seit einiger Zeit keine Kinderbücher mehr verfasst, erhält sie immer noch Briefe ihrer kleinen Fans. Die Kinder haben viele Fragen. „Ich antworte ihnen gerne“, sagt Ruck-Pauquèt. „Denn Kinder, die kann man noch ansprechen.“

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