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„Benedikt ???1“ heißt die Weinbergschnecke, die Sara Schreiner in ihrem Garten in Wackersberg Steinsäge gefunden hat. Aber wo ist das Tier losgekrochen?

Beschriftete Schnecke zugekrochen

Wer kennt „Benedikt“ ?

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Eine Weinbergschnecke hat Sara Schreiner in ihrem Garten entdeckt. Das Kuriose: Das Tier hat sogar einen Namen – und der steht auf dem Schneckenhaus.

Etwas Ungewöhnliches erspähte Sara Schreiner am Dienstag in ihrem Garten. Unter einem Busch am Teich lag etwas. „Im ersten Moment habe ich gedacht, es ist ein beschrifteter Stein“, sagt die Wackersbergerin. Bei genauerem Hinsehen entpuppte es sich als eine Weinbergschnecke – und zwar eine mit Namen. „Benedikt ???1“ steht auf dem Schneckenhaus. „Ich habe gleich einmal geschaut, ob das Tier noch lebt“, berichtet Schreiner. Am Abend erzählte sie ihrem Mann von der Entdeckung. „Er hat gesagt, die Schnecke sei ihm beim Gassigehen mit unserem Hund auch schon aufgefallen.“

Diese Schnecke hat Christof Hutter beschriftet. Der Königsdorfer beobachtet die Tiere seit 2010.

Die Idee findet Sara Schreiner witzig. „Es wäre vielleicht gut gewesen, Datum und Ort draufzuschreiben.“ So ist sie nun auf der Suche nach dem Beschrifter. „Erst habe ich gedacht, vielleicht waren es die Nachbarskinder.“ Aber diese verneinten. Also versuchte sie es mit einem Aufruf im Internet – mit erstaunlicher Resonanz. Über 14 000 Personen hatten die Geschichte auf der Facebook-Seite des Tölzer Kurier bis gestern Abend gelesen. Allerdings war bislang leider noch keiner dabei, der sich als Urheber der Beschriftung zu erkennen gegeben hätte.

Sara Schreiner hat das Tier übrigens nicht eingefangen. Benedikt darf weiter frei durch ihren Garten kriechen. „In zwei Tagen ist er etwa zwei Meter weit gekommen“, sagt die Wackersbergerin. Daher wäre der Ursprungsort sehr interessant. „Es wäre erstaunlich, wenn das Tier zum Beispiel von Tölz bis zur Steinsäge gekrochen wäre.“

Weinbergschnecken zu beschriften, scheint gar nicht mal so unüblich zu sein. Dass sie etwa einen Radius von zehn Metern haben, hat Annett Ender herausgefunden. Sie beschriftete nämlich vor vier Jahren einmal einige Tiere, die sie rund um ihr Haus entdeckte. „Ich habe sie beobachtet, wollte wissen, ob sie weggehen, oder dableiben“, sagt die Kräuterpädagogin aus Bad Heilbrunn. Sie nummerierte die Schnecken durch – die meisten krochen bis maximal zehn Meter in den Wald hinein, kehrten dann zurück. „Die Nummer fünf ist auch heuer wieder bei uns.“ Ob die anderen ebenfalls treu geblieben sind, kann Ender nicht genau sagen. „Der Edding, mit dem ich die Nummern draufgeschrieben habe, verschwindet vielleicht nach einiger Zeit.“ Aber sie vermutet, dass die Tiere „standorttreu“ sind.

Ähnliche Erfahrungen hat Christof Hutter gemacht. Er schreibt seit 2010 Zahlen auf die Weichtiere. „Ich wollte erfahren, welchen Aktionsradius eine Schnecke hat“, sagt der Königsdorfer. Auch er kann nicht genau sagen, ob die markierten Tiere wiederkehren, weil der Stift nach etwa drei Wochen ausbleiche. „Es ist gut möglich, dass es sich um die gleichen Schnecken handelt, aber die Nummern verschwunden sind. „Mit anderer Farbe will ich aber nichts draufschreiben, ich will ihnen nicht schaden.“

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