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Mit der Fertigstellung des neuen Gehwegs zur Grundschule in Höfen kommt auf einige Kinder eine Neuerung zu. Weil ihr Schulweg nun als sicher gilt, sollen sie nicht mehr den Bus nutzen, sondern bevorzugt zu Fuß gehen. 

Schülerbeförderung

Kinder sollen Weg zur Grundschule Wackersberg zu Fuß meistern

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Eine Neuerung steht für einige Kinder an, die die Wackersberger Grundschule in Höfen besuchen: Sie sollen künftig keine kostenfreie Busfahrkarte mehr erhalten.

Wackersberg– Bei der Schulwegbeförderung gilt folgende Regel: Kindern, die die erste bis vierte Klasse besuchen, ist ein Schulweg von bis zu zwei Kilometern Länge zu Fuß zuzumuten. Ab der fünften Klasse sind es drei Kilometer. Ausnahme: Wird der Schulweg als besonders gefährlich eingestuft, ist eine Busbeförderung – bezahlt von der Gemeinde und mit Zuschüssen gefördert – auch unterhalb des Zwei-Kilometer-Radius möglich. So war es bisher in Wackersberg.

Durch den neuen Gehweg zwischen Wackersberg und Höfen verliert der Schulweg aber den Status „gefährlich“ – und die Gemeinde wird die Beförderung für einige Kinder nicht mehr bezahlen. „Wir sind vom Landratsamt als Rechtsaufsicht angehalten worden, es so zu machen“, sagte Bürgermeister Alois Bauer in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Sonst riskieren wir unsere Förderung.“

Es stehe natürlich allen Eltern frei, für ihre Kinder eine Buskarte zu kaufen, stellte Gemeinderätin Andrea Lechner klar. Denn der Bus fahre ja ohnehin die Strecke. Das müsse gewährleistet sein, sagte Nikolaus Braun. „Denn sonst bringt jeder sein Kind mit dem Auto zur Schule.“

Betroffen sind die Kinder, die in Wackersberg-Dorf oder Burgern und südlich von Höfen bis nach Steinbach wohnen. Überall dort gibt es nun den Gehweg. Nur im Süden der Schule führt ein kleines Stück über einen Feld- und Waldweg.

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Die Wackersberger Elternbeirats-Vorsitzende Barbara Camelly sieht der Neuerung zwiegespalten entgegen. „In Einzelfällen könnte das schon schwierig sein.“ Gerade für Erstklässler, die die Strecke vielleicht alleine ohne Eltern gehen müssen. In der Gruppe sei es machbar. „Die Erstklässler gehen jetzt schon vom Dorf aus zu Fuß zum Beispiel nach Burgern. Das ist völlig in Ordnung.“ In der Früh sei das aber etwas anderes, weil die Kinder da unter Zeitdruck seien. „Grundsätzlich befürworte ich es, dass sich die Kinder an der Luft bewegen. Sie werden heute ohnehin so viel gefahren.“ Sie hoffe aber, dass nicht die Zahl der Elterntaxis zunehme.

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 „Die Mobilität erhöht sich, die Anspruchshaltung der Kinder wird in allen Altersstufen höher.“ Sie verstehe auch, dass es für die Gemeinde eine finanzielle Frage sei. Laut Camelly könnte es vor allem im Winter schwierig werden. „Da wird der Schnee von der Seite auf die Strecke geweht.“

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Bürgermeister Bauer möchte prüfen lassen, sagt er auf Anfrage, „ob es möglich wäre, den Weg von Dezember bis März als gefährlich einzustufen.“ Dann könnten die Kinder in diesem Zeitraum weiterhin mit dem Bus fahren.

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