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Hinter Glas und kunstvoll gerahmt: Christine Weichenrieder mit einer Klosterarbeit, die die Heilige Famil ie darstellt.

Klosterarbeiten

Fingerkunst und Yoga

Das Bayerische Fernsehen stellt an Heiligabend die Arzbacher Hobbykünstlerin Christine Weichenrieder vor. 

Arzbach Vom heimischen Hobbyraum ins Bayerische Fernsehen: Die Klosterarbeiten der Arzbacherin Christine Weichenrieder sind am Heiligen Abend in der BR-Reihe „Wir in Bayern“ zu sehen. Die Sendung „Wir warten aufs Christkind“ wird in der Zeit von 15 bis 18 Uhr ausgestrahlt.

„Der BR ist auf mich zugekommen, als ich bei der Christkindlmarkt-Ausstellung in Hermannsdorf war“ erzählt Christine Weichenrieder. Seit über 20 Jahren ist das Fertigen der diffizilen Bilder ihr Hobby, „Eigentlich kann man es inzwischen Passion nennen“, sagt sie. Begonnen hat sie damit, weil sie Beschäftigung brauchte, „als mein jüngster Sohn auf der Welt war und die ganze Zeit geschlafen hat“, erinnert sie sich. Sie absolvierte einen Kurs bei der Volkshochschule und stürzte sich fortan mit Feuereifer in die Arbeit.

Für eine Klosterarbeit wird ein kunstvoller Rahmen auf eine verzierte und mit Stoff bespannte Sperrholzschachtel gesetzt; in die Mitte kommen Wachsmodeln; drum herum ranken sich feingearbeitete Ornamente aus „Gebetbiachal-Papier“ wie sie es nennt. Dieses Papier, das sie im Großhandel ersteht, wird beim Buchbinder in feine Streifen geschnitten und dann geht es zum Vergolden und Versilbern der Kanten. Aus diesen Papierstreifen fertigt Weichenrieder mit geschickten Fingern und einer schwarzen Schwesternnadel verschiedenste Ornamente, die die Wachsmodeln der Klosterarbeit einrahmen.

„Die Schwesternnadel ist eine schwarze Stecknadel aus Stahl, die Klosterschwestern für den Habit benutzen“ , erklärt die 49-Jährige. Vorlagen gibt es für diese alte und selten gewordene Kunst nicht, die Muster entstehen während der Arbeit. Vorsichtig werden sie mit einer Pinzette auf den Untergrundstoff platziert; das erfordert höchste Konzentration. In die Klosterarbeit auf dem nebenstehenden Foto, die die Heilige Familie darstellt, hat sie etwa 15 Stunden Arbeitszeit investiert. Der Preis für dieses Stück liegt bei etwa 150 Euro. „Es geht mir nicht ums Geld“ sagt sie. „Diese Arbeit ist mein Yoga, dabei kann ich abschalten.“

Christine Weichenrieder ist viel auf Kunstausstellungen und Märkten unterwegs; zu Weihnachten ist natürlich Hochsaison. Doch die Klosterarbeiten sind „nur“ das Hobby der Arzbacherin. Sonst arbeitet sie in der Raumausstatter-Werkstatt ihres Mannes Peter mit. Heuer gibt es an Weihnachten gleich mehrfach Grund zum Feiern: Der Fernsehbeitrag über sie, das Zusammenkommen der ganzen Familie und ihr runder Geburtstag einen Tag vor Heiligabend. Aber das bereitet ihr keinen Stress: „Je mehr da sind, umso besser“. (Ines Gokus)

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