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Die Liste der Wählergemeinschaft Wackersberg-Arzbach (v. li.): Josef Waldherr, Sepp Hundschell, Georg Geisreiter, Benedikt Willibald, Alexandra Schmidt, Hans Ostheimer, Georg Willibald, Nikolaus Riesch, Jan Göhzold, Hans Demmel, Martin März, Jakob Monn, Klaus Willibald, Georg Buchberger, Barbara Camelly und Nikolaus Braun.

Jan Göhzold tritt an

Kommunalwahl 2020: Wackersberger Bürgermeisterkandidat nominiert

Die Wählergemeinschaft Wackersberg-Arzbach hat Jan Göhzold als Bürgermeisterkandidaten nominiert. In der Versammlung gab es aber auch Bedenken wegen des Bewerbers.

Wackersberg– Die Wählergemeinschaft Wackersberg-Arzbach ist für die Kommunalwahlen im März 2020 gerüstet: Bei der Aufstellungsversammlung am Donnerstag im „Altwirt“ wurden der Bewerber um das Bürgermeisteramt, Jan Göhzold, und 15 Kandidaten für den Gemeinderat von den 69 Stimmberechtigten in geheimer Wahl offiziell nominiert.

Es sei schön, dass so viele Bürger Interesse an ihrer Heimat zeigen würden, meinte Wahlleiter Hans Demmel sen. angesichts der Besucherschar, „wenngleich es nicht ganz einfach war, Kandidaten anzuwerben, insbesondere für das Bürgermeisteramt.“ Mit Jan Göhzold habe man einen Bewerber gefunden, der als Kämmerer und Geschäftsstellenleiter die Aufgaben und Funktionen der Gemeinde kenne wie sonst nur der Bürgermeister, so Demmel.

Jan Göhzold stammt aus Sachsen und lebt seit 2008 in Wackersberg

Göhzold selbst skizzierte erst seinen persönlichen Werdegang. Er stammt aus Sachsen, lebt seit 2008 in Höfen und arbeitet seither bei der Gemeinde, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dann ging er auch auf die Fortentwicklung in der Kommune ein, in die er aus seiner Funktion heraus involviert war. Da standen die Umgestaltung des Dorfplatzes in Wackersberg, die energetische Sanierung des Rathauses, der Breitbandausbau, Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbau in verschiedenen Ortsteilen, der Umbau des Arzbacher Kindergartens, die Eröffnung der Kinderkrippe in Oberfischbach, der Bau des Hackschnitzel-Heizwerks am Hoheneck sowie des Mehrgenerationenhauses am Burgwald und mehr auf der Liste.

Wichtig seien ihm die Stärkung der Familien und somit auch gute Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder. Im Zuge der staatlich geförderten Digitalisierung sollten die Kinder nicht mit digitaler Technik überfrachtet werden, „sondern wir wollen mit den Lehrern einen guten Weg finden, den Unterricht damit sinnvoll zu ergänzen“. Ein weiteres Anliegen sei ihm die Schaffung von Wohnraum, so Göhzold. „Ich möchte mich weiterhin um Einheimischenmodelle bemühen.“

Ehemaliger Gemeinderat fragt: „Meinst Du, dass Du das alles im Kreuz hast?“

Zur Bewältigung der kommunalen Aufgaben werde aktuell die Belegschaft des Bauhofs verstärkt, in einigen Jahren solle – so die Vision – ein neuer Bauhof im Ortsteil Steinsäge entstehen. Er schätze die Leistungen der Vereine und sehe die Wichtigkeit des Tourismus, „der aber nicht auf dem Rücken einiger weniger ausgetragen werden darf.“

Für die Fachgebiete, in denen er weniger versiert sei – wie etwa bei den Themen Bau, Landwirtschaft und Wald – bitte er um die Unterstützung seitens der fachkundigen Gemeinderäte. Eine gute Stütze habe die Verwaltung ohnehin mit dem engagierten Bautechniker und Bauamtsleiter Georg Schöffmann.

Bedenken bezüglich der notwendigen umfassenden Kenntnisse hatte der frühere Gemeinderat Thomas Hölzl, der Göhzold unumwunden fragte: „Meinst Du, dass Du als Verwaltungsmann das alles im Kreuz hast? Ein Bürgermeister muss mit Weitblick über die Verwaltung drüberschauen können.“ Die Taktik von Bauträgern etwa, die horrende Grundstückspreise verursache wie an der Waxensteinstraße, müsse man grundsätzlich ausschalten.

Göhzold wurde mit 60 von 69 Stimmen zum Bürgermeisterkandidaten gewählt und entschied sich dafür, auch auf der Gemeinderatsliste anzutreten, um Stimmen zu sammeln. Göhzold könne aber, wie Wahlleiter Demmel erklärte, kein Mandat in dem Gremium annehmen, so lange er Vollzeit für die Gemeinde arbeite.

Junge Liste für den Gemeinderat aufgestellt

Die Vorstellungsrunde der 15 präsenten Gemeinderatskandidaten zeigte ein junges Team. Das Durchschnittsalter liegt bei 36 Jahren, es befinden sich zwei Frauen darunter, fünf Bewerber sind amtierende Räte. Einer davon ist Martin März, der seiner Vita noch eine gewisse „Abrechnung“ für die zurückliegende Amtsperiode hinzufügte: Er freue sich auf einen Neuanfang. „Es ist manches schiefgelaufen zwischen der Gemeinde und den Bürgern, es wurden Gräben aufgemacht und nicht immer die Wahrheit gesagt. Jan ist für uns ein Gewinn.“ Seine leidenschaftliche Rede trug wohl auch dazu bei, dass März mit großem Abstand die meisten Stimmen erhielt. Klaus Braun schloss sich ihm an. Als Ältester der Runde sei er nochmal angetreten, um den neuen Bürgermeister zu unterstützen und Bürger und Gemeinde wieder zusammenzubringen.  rb

Alles Wissenswerte zur Kommunalwahl 2020 im Lankreis Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es hier.

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