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„Ein bisserl Freude muss man den Leuten auch lassen“, sagt der Arzbacher Flößer Michael Angermeier (li.). 

„Als Tradition verbrämt“

Kritik vom Bund Naturschutz: Floßfahrten auf der Isar nur ein „Saufgelage“?

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Mit zugespitzten Worten war in der Jahresversammlung des Bund Naturschutz kürzlich Kritik an den Isar-Floßfahrten laut geworden. Der Arzbacher Flößer Michael Angermeier setzt sich jetzt zur Wehr.

Arzbach– Es war nur eine Äußerung am Rande – aber eine, die es in sich hatte: Die Floßfahrten auf der Isar seien zwar „als Tradition verbrämt“, doch in Wirklichkeit handele es sich um „nichts anders als ein großes Saufgelage auf dem Floß“. So äußerte sich Kreisvorsitzender Friedl Krönauer kürzlich in der Jahresversammlung des Bund Naturschutz. Auf Rückfrage präzisiert Krönauer nun, was genau er damit meinte. Der Arzbacher Flößer Michael Angermeier setzt sich gegen den Angriff zur Wehr.

Ihm sei es generell um Kritik an all denjenigen gegangen, „die die Isar als Spaßgewässer betrachten“, erklärt Krönauer. Es störe ihn, dass man dabei meist zwischen verschiedenen Gruppen unterscheide: „Auf diejenigen, die mit ihren Badeinseln, Einhörnern und sonstigen nicht schwimmfähigen Gefährten unterwegs sind, drischt man ein. Die Floßfahrten dagegen verklärt man als Tradition. Ich finde, das muss man zurechtrücken.“

Schon aus Gerechtigkeitsgründen seien die Flößer aus seiner Sicht bei der geplanten Isarverordnung „genauso kritisch zu betrachten wie jemand, der sich in der Pupplinger Au auf seine Badeente setzt“, sagt Krönauer. Die eine wie die andere Nutzung der Isar führe dazu, dass der Fluss „überstrapaziert“ werde. „Da macht es auch keinen Unterschied, ob man wie bei den Floßfahrten dafür bezahlt und ob einer mit Lederhosen draufsteht.“

Flößer mit Schlauchbootfahrern auf der Isar zu vergleichen, „ist völlig fehl am Platz“

Krönauer kritisiert, dass Flößer „wie selbstverständlich den Anspruch erheben, dass ihnen die Floßrinne freigehalten wird“. Dafür werde mitunter Totholz beseitigt, das für Fische wichtig sei. „Die Isar ist aber keine Wasserstraße, sondern ein Lebensraum.“ Er wolle das Floßfahren keineswegs verbieten, sagt Krönauer. Doch den Flößern müssten die natürlichen Gegebenheiten genügen.

„Uns mit den Schlauchbootfahrern zu vergleichen, ist völlig fehl am Platz, das ist schon ein großer Unterschied“, entgegnet Flößer Angermeier. „Wenn wir durch die Pupplinger Au fahren, dann sind wir uns bewusst, dass es sich um ein hochsensibles Gebiet handelt“, betont er. „Aber wir sind da in einer Stunde durch – und das auch nur in den viereinhalb Monaten, die die Floßsaison dauert. Die restlichen 23 Stunden des Tages hat die Pupplinger Au ihre Ruhe vor uns.“ Die Schlauchbootfahrer dagegen seien ab 9 Uhr morgens unterwegs, „und bis abends um 9 oder 10 ist keine Ruhe“, stellt der Arzbacher fest.

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Eine Sonderbehandlung der Flößer vermag Angermeier nicht zu erkennen. „Wir haben eine wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Genehmigung“, erklärt er. „Das war schon immer so.“

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Respekt vor der Natur und Rücksichtnahme seien für ihn als Flößer selbstverständlich. In der Pupplinger Au höre die Musik auf dem Floß auf zu spielen – ebenso wie im Naturschutzgebiet am Georgenstein. „Wir sagen den Gästen dann: ,So, Leute, jetzt fahren wir durch eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands, schaut es Euch an.‘ Es ist uns klar, dass wir ohne diese intakte Landschaft auch keine Floßfahrten machen könnten.“

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Und sind die Floßfahrten denn tatsächlich „Saufgelage“, wie Krönauer zugespitzt formulierte? Nein, antwortet Angermeier. In den 1960er-Jahren sei es in dieser Hinsicht schlimmer gewesen, als viele Studentenverbindungen an den Floßfahrten teilnahmen. „Aber heute genießen 80 Prozent unserer Gäste in aller Ruhe die schöne Landschaft.“ Für ein „Saufgelage“ sei ja auch kein Floß nötig. „Das kann ich in jedem Biergarten.“ Ein bisschen Freude müsse man den Leuten aber schon auch lassen, findet Angermeier. „Das gehört dazu.“ 

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