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Kunst mit engem Bezug zum ehemaligen „Treibhaus“: Unternehmer Erwin Wiege ring (re.) erwarb von seinem Bruder Peter Wiegerling das Gemälde „Sommerabend am Blomberg“ des Impressionisten Richard Pietzsch.

Pietzsch-Gemälde und eigens angefertigte Skulptur 

Kunstwerke runden „Treibhaus“-Umbau ab

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Über die vergangenen Monate war unweit der B 472 zwischen Bad Tölz und Bad Heilbrunn die Verwandlung eines historischen Gebäudes zu beobachten: Vom architektonischen Flickwerk, das drohte, zur Bauruine zu verkommen, entwickelte sich das ehemalige „Treibhaus“ zu einem Schmuckstück.

Wackersberg– Wie berichtet hat es Unternehmer Erwin Wiegerling zum Sitz seiner auf Altbausanierungen spezialisierten Firma umgebaut. Nun, nachdem die Arbeiten weitgehend abgeschlossen sind, rundet der 39-Jährige sein Werk ab, indem er es mit ganz besonderen Kunstwerken ausstattet.

Auch hier ist Wiegerling wichtig, einen Bezug zur Geschichte herzustellen. Ein Gemälde mit spezieller Verbindung zum Standort fand er in der eigenen Familie. Von seinem Bruder, dem Gaißacher Kunsthistoriker und Restaurator Peter Wiegerling (61) kaufte er das Bild „Sommerabend am Blomberg“ des Malers Richard Pietzsch (1872-1960). Pietzsch, ein Schüler Franz von Stucks, war ein Münchner Akademie-Maler und lebte von 1916 bis 1930 in Bad Tölz. Den „Sommerabend am Blomberg“ malte er offenbar just vom Standort des „Treibhauses“ aus. Das Gemälde ist mit 1922 datiert. Ob Pietzsch damals eventuell als Gast einer Pension an diesem Standort wohnte, ist nicht genau bekannt. Fest steht, dass er auch ein winterliches Pendant zu dem Gemälde anfertigte. Das Werk „Winterpracht am Blomberg“ befindet sich heute in der Münchner Pinakothek der Moderne. „Pietzsch entwickelte ein Gefühl für die Stille und ernste Schönheit der Natur“, beschreibt Kunsthistoriker Peter Wiegerling den Stil des Impressionisten. Dass das Bild, das den Blick zum Einbach und zum Blomberg zeigt, nun den Firmensitz seines Bruders zieren wird, nennt er den „glücklichen Abschluss einer überaus gelungenen Renovierung“.

Gerade in Arbeit ist unterdessen ein ganz individuelles Kunstwerk, das Erwin Wiegerling nach seinen eigenen Vorstellungen von der Bildhauerin Anna Pfanzelt anfertigen lässt. Die gebürtige Allgäuerin studierte nach einer Ausbildung zur Holzbildhauerin in Oberammergau an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Stephan Huber. In Wiegerlings Auftrag arbeitet sie aktuell in der kleinen Schreinerei des früheren „Treibhauses“ an der 85 Zentimeter großen Holzskulptur einer spärlich bekleideten Frau in provokant-selbstbewusster Körperhaltung. Wiegerling möchte sie ins Fenster seines Büros stellen – rot angeleuchtet und von außen gut sichtbar. Gedacht ist sie als kleine Reminiszenz an die zeitweise verruchte Aura des Hauses, als in Tölz stationierte amerikanische Soldaten gern in dem Haus feierten, das damals Café „Ruh am Bach“ hieß.

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