+
Ortstermin: Richter Johann Oswald (mit Strohhut) vor dem Neubau des „Malerhäusls“ am Buchberg.

Verwaltungsgericht

„Malerhäusl“-Neubau muss weg

  • schließen

Das „Malerhäusl“auf dem Buchberg ist seit vielen Jahren ein Streitpunkt. Jetzt beschäftigte sich das Verwaltungsgericht mit dem Fall.

Wackersberg– Es dürfte das vorläufige Ende der Auseinandersetzung um das so genannte „Malerhäusl“ sein. Die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts München wies jetzt eine Klage des Eigentümers Ernst Duttler zurück. Somit bleibt nur ein Abriss des im Bau befindlichen Gebäudes.

Das Thema Malerhäusl beschäftigt die Gemeinde Wackersberg seit 2012. Damals beantragte der Inhaber einen An- und Umbau des bestehenden Wohnhauses, wie der Vorsitzende Richter Johann Oswald bei der Verhandlung am Anwesen auf dem Buchberg ausführte. Der Rat genehmigte damals den Plan. Auch einer Tektur im September 2013 wurde stattgegeben.

Bei einer Kontrolle im August 2014 wurde allerdings festgestellt, dass Duttler den Bestand abgerissen – mit der Begründung, dass die Bausubstanz schlecht war – und einen Neubau errichtet hatte. Das Landratsamt verhängte einen Baustopp und forderte eine Beseitigung. Im März 2016 verweigerte der Gemeinderat schließlich die Zustimmung zu einem neu eingereichten Bauantrag. Duttler erhob Klage.

Nach der Besichtigung und Beratung vor Ort stellte Oswald fest: „Durch die Beseitigung des Bestands hat sich der Eigentümer die Anspruchsgrundlage genommen.“ Ausnahmen könnte es hier nur geben, wenn jemand länger in einem Gebäude gewohnt habe. „Ein Neubau an dieser Stelle in der freien Landschaft ist meiner Meinung nach nicht zulässig.“ Obwohl er sehe, dass es erhebliche wirtschaftliche Folgen für den Kläger habe: „Hier darf nicht weitergebaut werden.“

Warum es denn dann überhaupt eine Genehmigung gegeben habe, hakte Rechtsanwalt Karl Schwab nach. Die Frage sei berechtigt, so Oswald. „Hier ist die Gemeinde dem Kläger schon sehr weit entgegengekommen.“ Durch den Abbruch stehe für ihn aber fest, dass eine neue Baugenehmigung nicht erteilt werden könne. Aber man habe sich beim Neubau doch am Bestand orientiert, argumentierte Schwab. Der Neubau sei von der Kubatur her indentisch mit dem Original. „An 47 Stellen wurde größer als geplant gebaut“, entgegnete Bürgermeister Bauer.

Es würden aber doch keine öffentlichen Belange tangiert, so Schwab. „Ich möchte auf den Golfplatz verweisen, der riesige Eingriffe auf einer sehr großen Fläche vorgenommen hat.“

Es sei egal, ob es früher eine Genehmigung gegeben habe, sagte Oswald. „Man kann nicht in dieser Landschaft einfach ein neues Wohnhaus bauen. Die Situation ist jetzt so, als ob hier nie etwas gestanden hätte.“

Der Rechtsanwalt wollte in Abwesenheit seines Mandanten die Klage gegen die Beseitigungsanordnung nicht fallen lassen – trotz Zurede der Richter: „Sie produzieren nur unnötige Kosten.“

Gestern bestätigte das Verwaltungsgericht auf Rückfrage, dass Duttlers Klage abgewiesen worden war. „Wenn das Urteil rechtskräftig wird, muss er den Bau beseitigen“, so die Auskunft aus der Pressestelle.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Live-Ticker: Münzwurf verhindert Karl Bärs Einzug in den Bundestag
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse im Tölzer Land? Wie haben die Wähler in Bad Tölz, Lenggries oder Kochel am See abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle …
Live-Ticker: Münzwurf verhindert Karl Bärs Einzug in den Bundestag
Erste-Hilfe Training in der Tölzer Marktstraße
Erste-Hilfe Training in der Tölzer Marktstraße

Kommentare