Hochwasserschutz 

Mauern und Dämme sollen Arzbach zähmen

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Arzbach - Endspurt beim Hochwasserschutz am Arzbach: Im kommenden Jahr sollen die vorläufig letzten Baumaßnahmen zum Schutz vor einer Überschwemmung in Angriff genommen werden. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat jetzt die Pläne vorgestellt.

Alle sind gespannt, als die Pläne auf einem Bierzelttisch vor dem Arzbacher Schwimmbad ausgebreitet werden: Vor allem die Anlieger des Wildbaches wollen wissen, was vor ihren Haustüren passieren soll. Aber auch die Bürgermeister der Gemeinden Lenggries und Wackersberg sind gekommen sowie Gemeinderäte und Rathausmitarbeiter, Flussmeister Helmut Henkel und die für Wasserrecht zuständige Sachgebietsleiterin Cornelia Breiter vom Landratsamt.

Peter Gröbl stellt die Hochwasserschutz-Maßnahme vor. Der Sachgebietsleiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim kennt den Arzbach – nicht erst seit dem verheerenden Hochwasser 1990. „Das war eine Katastrophe, die nach menschlichem Ermessen nur alle 500 Jahre passiert.“ Die jetzt geplanten Schutzbauwerke s

eien darauf ausgelegt, ein hundertjährliches Hochwasser gefahrlos abzuleiten. Deshalb müsse der Wildbach so verbaut werden, dass er 90 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fassen könne. Bei der Katastrophe von 1990 dürfte es nach damaligen Einschätzungen fast doppelt so viel Wasser gewesen sein.

Und das sind die Pläne im Einzelnen: Das nordseitige Arzbach-Ufer wird mit einer bis zu 75 Zentimeter hohen Mauer aus Beton oder Naturstein gesichert, und zwar zwischen Alpenbad-Gebäude und Staatsstraßenbrücke. Weitere Mauern sind auf der Nordseite des Baches von den dortigen Tennisplätzen bis zur Mitte der Liegewiese am Freibad sowie auf der Südseite von den Tennisplätzen bis auf Höhe des Schwimmbad-Gebäudes geplant. Auf der Südseite sind von den dortigen Tennisplätzen bachaufwärts bis auf Höhe der neuen Messstelle Geländeerhöhungen geplant, sagt Bautechniker Robert Patri vom Wasserwirtschaftsamt. Denn nur an diesen beiden Stellen sei ausreichend Gelände vorhanden, um Deiche anböschen zu können.

Die meisten Anlieger sind angetan von den Weilheimer Plänen. „Wir sind sehr dankbar, dass Staat und Gemeinden so viel Geld zu unserem Schutz investieren“, sagt Georg Willibald vom Alpenbad. Er könne sich noch gut an seine Jugendzeit erinnern, als die Anlieger beim Hochwasserschutz weitgehend auf sich allein gestellt waren.

Aber auch einige kritische Stimmen werden laut. Hubert Willibald befürchtet, dass die Mauer das Schneeräumen einschränken könnte. Peter Müller hat Sorge, dass die Anwesen in Schlegldorf bei einem extremen Hochwasser Schaden nehmen könnten, weil auf der Südseite des Arzbaches vor der Staatsstraßenbrücke keine Mauer vorgesehen sei. Und Alois Willibald ist die sogenannte Buhne aus großen Wasserbausteinen gegenüber der Arzbach-Mündung in der Isar ein Dorn im Auge. Beim Hochwasser 2005 habe sich deshalb jede Menge Kies im Arzbach-Schussgerinne zurückgestaut.

Die Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts notieren alle Anmerkungen. Bis Ende Januar 2017 soll der endgültige Planentwurf fertig sein. „Dann müssen wir das Wasserrechtsverfahren einleiten“, sagt Peter Gröbl. Wenn alles glatt verlaufe, könne im Frühjahr bereits Baubeginn sein.

Die vorläufigen Kosten der Ausbaumaßnahme sind laut Gröbl auf 620 000 Euro veranschlagt. Voraussichtlich werden die beiden Gemeinden wieder mit je 15 Prozent der Gesamtsumme zur Kasse gebeten. Diese Entscheidung der Regierung stehe aber noch aus.

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