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Engagement für Kinder (v. li.): Gabriele Fuchs und Judith Steinberger (beide im Vorstand des Vereins), Nicole Müller („Müsikwerkstatt“), Julia und Franziska, Cilly Peterhoff (Vereinsvorstand), Lucia, Saha und Klavierlehrerin Merlind William („Müsikwerkstatt“). In der Musikschule werden Schüler vom Patenverein unterstützt. 

Soziales

„Paten für Kinder im Oberland“ unterstützen Familien mit knapp 12000 Euro

Wenn das soziale Netz Löcher hat, hilft der Verein „Paten für Kinder im Oberland“.

Wackersberg– Erfreuliche Zahlen legte Ulrich Fritschi, ehemaliger Schulleiter in Gaißach, in der jüngsten Jahresversammlung des Vereins „Paten für Kinder im Oberland“ vor. 49 Kinder und Jugendliche erhielten demzufolge im vergangenen Jahr ideelle und finanzielle Förderung durch den Verein. 11 900 Euro flossen an hilfsbedürftige Familien und Jugendliche, darunter ein Darlehen von 2000 Euro. „Der Verwaltungsaufwand von 176,12 Euro ist dabei spektakulär gering“, hob Kassenprüfer Fritschi in der „Bohmerhofstubn“ in Wackersberg hervor.

Unter den Geförderten wird ein Teil längerfristig unterstützt, ein anderer Teil benötigt keine Hilfe mehr. Es gehen aber auch immer wieder neue Anfragen ein. „Es ist manchmal schockierend, dass ein vollzeitbeschäftigter Familienvater über ein Einkommen nur knapp über Hartz-IV-Niveau verfügt“, sagte Vorstandsmitglied Judith Steinberger.

Dank dem Verein konnten vier Jugendliche doch noch an Klassenausflügen teilnehmen. Der Verein hat stets Einblick in die jeweilige Notsituation. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Jugendamt, Schulen und deren Sozialarbeitern, Musikschulen und Sportvereinen. „Stets zahlen die Betroffenen einen eigenen Anteil“, so Peterhoff. Es kam auch vor, dass der Verein von Unterstützten nachträglich 100 Euro zurückerhielt, weil das Geld doch nicht benötigt worden sei, berichtete Peterhoff.

Psychische Krankheiten führen zu Notsituationen

Weitere Gründe für Notsituationen sind psychische Krankheiten oder Familienmitglieder mit Behinderung. Beispielsweise sprang der Verein in einem Fall unbürokratisch ein, als die Kasse die Fahrtkosten zur Therapie nach Agatharied nicht bezahlte, weil die Entfernung zu gering war.

Ein weiteres Beispiel für ein Loch im sozialen Netz ist das Kleidergeld, das rund 40 Euro pro Kind betrage, so Lerntherapeutin Ruth Renner. Der Patenverein half in dieser Hinsicht drei Kindern.

Renner, die an der Kocheler Grundschule tätig ist, dankte in der Versammlung dem Verein für die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern, sonst könnte die dortige Lernhilfe teilweise nicht stattfinden.

Der Verein zählt derzeit 44 Mitglieder und kann insgesamt auf 23 950 Euro zurückgreifen. Die Einzelsummen der Spenden von Institutionen und Privatpersonen liegen zwischen 25 und 2500 Euro.

Musikalisch gestalteten Schülerinnen der Lenggrieser „Müsikwerkstatt“ die Jahresversammlung mit Klavier sowie Block- und Querflöten. Der Patenverein fördert im Bedarfsfall auch den Unterricht dort.

Nach den Neuwahlen führen die bewährten und erfahrenen Vorsitzenden den Verein weiter: Cilly Peterhoff, Judith Steinberger und Gabriele Fuchs. 

(Birgit Botzenhart)

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