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Menschen aus neun Nationen kamen bei der Pflanzaktion im Blomberg-Wald zusammen. Instruiert wurden sie unter anderem von (v. li.) Christian Webert (li.) vom Amt für Forsten in Holzkirchen und Revierförster Max Leutenbauer. Mit dabei war auch Jäger Hans Willibald (Mitte mit Hut). Vorne: Betreuerin Elli Reuhl und der italienische Workshop-Teilnehmer Edoardo Gabrielli.

Reaktion auf Klimawandel

Pflanzaktion am Blomberg: Bäumchen für den Wald der Zukunft

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Naturschutz und Kulturaustausch: Junge Menschen aus aller Welt pflanzen 3000 Tannen und Bergahorne am Blomberg. So soll der Bergwald fit für den Klimawandel gemacht werden.

Wackersberg – So verbindet man Naturschutz mit interkulturellem Austausch: 14 Jugendliche aus Deutschland Italien, Spanien, Polen, der Ukraine, Russland, Japan, Mexiko und Syrien pflanzten in den vergangenen zwei Wochen 3000 junge Tannen und Bergahorne am Blomberg.

Die „Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste“ (ijgd) mit Sitz in Bonn organisieren seit 1949 Workshops in ganz Deutschland und sind dafür bereits vor Jahren mit dem Holzkirchner Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) ins Gespräch gekommen. Auch heuer strebten die Kooperationspartner ein konkretes Ziel an: Der Bergwald unterhalb des Kletterwalds am Blomberg soll fit und widerstandsfähig für den Klimawandel gemacht werden.

AELF-Bereichsleiter Forsten Christian Webert kann plastisch erklären, für was ein Bergwald gut ist: „Damit der Berg oben bleibt und nicht runterrutscht“, sagt er. Gerade Tannen seien mit ihren tiefgreifenden Wurzeln sehr wichtig für die Stabilität des Bodens und würden Trockenperioden besser überstehen als Fichten. Im Zuge der staatlich geförderten „Bergwaldoffensive“ entstehen bereits seit 2008 viele Mischwälder. „So minimiert man das Risiko eines Aussterbens“, sagt Webert und bringt einen Börsenvergleich: „Wir setzen nicht alles auf eine Aktie.“ Gerade die Fichte sei durch den Borkenkäfer stark gefährdet. „Und wenn es im Zuge des Klimawandels immer wärmer wird, schwinden die Abwehrkräfte der Bäume noch mehr.“ Auch stärkere Stürme müsse der Wald in Zukunft aushalten können.

Wann hört man schon arabisch, russisch und italienisch gleichzeitig?

Zwei Wochen lang kleine Pflänzchen an nassen und steilen Hängen eingraben: Für viele der 16- bis 24-Jährigen war das eine große Herausforderung. „Einige hatten zum ersten Mal eine Pflanzhaue in der Hand“, sagt AELF-Bergwaldmanager Andreas Rechenmacher, der die jungen Menschen aus aller Welt fachkundig betreute. „Am Anfang waren die meisten noch sehr distanziert, aber nach und nach ist eine echte Gruppe zusammengewachsen. Das war schön zu erleben.“ Auch das Sprachgemisch gefiel dem Waldexperten. Denn wann hört man am Blomberg schon mal arabisch, russisch und italienisch gleichzeitig. Auch Webert war angetan vom Kultur-Austausch. Eine Russin und eine Ukrainerin hätten ständig gemeinsam gepflanzt. „Ihre Länder liegen im Clinch – aber die beiden waren unzertrennlich. Das ist doch schön.“

Dort, wo Elizaveta und Olena die Spaten zückten – ein Teil der Fläche gehört der Gemeinde Wackersberg, ein anderer einem Privatbesitzer –, wurde vor vielen Jahren ein sogenannter „Kahlschlag“ gemacht. Doch nachdem alles abgeholzt war, verjüngte sich der Bergwald nicht wie gewünscht, erklärt Rechenmacher. „Der Verbissdruck durch das Wild war zu stark.“

Unterstützung bekam die internationale Gruppe, die im Kloster Benediktbeuern untergebracht war, vom privaten Waldbesitzer, der Stadt Bad Tölz, der Gemeinde Wackersberg und der Blomberg-Bahn. Schließlich mussten die 3000 Bäumchen angeliefert werden. Außerdem durften die Jugendlichen die Seilbahn kostenlos nutzen und wurden per Bus-Shuttle täglich zum Blomberg gefahren.

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