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Große Pläne: Silvia und Josef Demmel – hier mit ihrem jüngsten Kind Viktoria (1) – möchten einige touristische Neuerungen anbieten.

Erweiterung

Pläne für Campingplatz am Stallauer Weiher: Übernachten im Baum, Fass oder auf dem See

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Neue touristische Möglichkeiten möchte Familie Demmel vom Campingplatz am Stallauer Weiher bieten. Bei einer Erweiterung sind etliche Attraktionen geplant

Wackersberg– Pläne hat Josef Demmel einige. Der Inhaber des Campingplatzes am Stallauer Weiher will sich mit Herzblut für den Tourismus einsetzen. Einige seiner Ideen wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Wackersberg vorgestellt.

Primär ging es darum, dass der Flächennutzungsplan für das Vorhaben geändert werden muss. In dem Plan soll jetzt das „Sondergebiet Campingplatz“ ausgewiesen sein. Dagegen hatte keiner der Räte etwas einzuwenden.

Im Gespräch verraten Josef und Silvia Demmel, die Betreiber des Campingplatzes, welche Neuerungen ihnen vorschweben. Zu den bestehenden etwa 90 Plätzen für Zelte, Caravan und Wohnmobile kommen weitere 30 für Dauercamper oberhalb der bestehenden hinzu. Außerdem wird es im vorderen Bereich mehrere Kurzzeit-Stellplätze für Wohnmobile geben. Eine neue Zeltwiese kommt dazu, diese könnte beispielsweise für Radfahrer attraktiv sein, die eine Pause auf dem Bodensee-Königssee-Radweg einlegen möchten.

Der Bedarf ist auf jeden Fall vorhanden: „Derzeit machen die Leute eher in Deutschland Urlaub, als dass sie weit weg fahren“, sagt Josef Demmel. Und: „Der Trend geht dahin, dass immer mehr Wohnmobile zugelassen werden.“

Der Campingplatz am Stallauer Weiher erfreut sich großer Beliebtheit. Er soll erweitert werden.

Viele der Dauercamper kommen dabei aus der Umgebung. „Wir haben viele Münchner da, die einfach lieber jedes Wochenende einen kleinen Urlaub machen möchten, als einmal im Jahr einen großen.“

Wer seine eigenen vier Wände nicht mit im Gepäck hat, kann künftig neben den bereits existierenden Ferienwohnungen und Übernachtungsfässern auch eines von 13 Blockhäusern wählen. Im Wald sollen zwei bis drei Stelzenhäuser ein „Baumhaus-Gefühl“ verleihen. Ganz raffiniert: Auch auf dem See soll künftig genächtigt werden. Dazu will Demmel spezielle Schwimminseln installieren.

„Außerdem haben wir bereits die Genehmigung, einen alten Stadl abzureißen und größer neu zu bauen“, berichtet Josef Demmel weiter. Darin plant er einen Indoor-Spielplatz zu errichten, der nicht nur für Campinggäste eine Attraktion sein soll. Auch Kindergeburtstage können dort gefeiert werden. „Nachdem nicht klar ist, wie es mit der Spielarena in Bad Wiessee weitergeht, könnte das bei uns eine Alternative werden.“ Und seine Frau Silvia ergänzt: „Für Familien gibt es bei uns ja nicht sehr viele Angebote.“

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Besonders wichtig ist Demmel, dass der Bezug zur Natur hergestellt wird. Zusammen mit einer Pädagogin vom Waldkindergarten werden verschiedene Programme für Kinder erarbeitet. Das kann dann beispielsweise eine Schnitzeljagd sein, einen Streichelzoo vor Ort gibt es bereits – und der sorgt immer wieder für Begeisterung bei den Kleinen. „Viele Kinder haben heute nicht mehr den Kontakt zur Natur.“

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Als erstes wird nun also der Flächennutzungsplan geändert. Die Idee mit den Baumhäusern im Wald hat Demmel bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde abgeklärt. Auch der Fischereiverein hat beim Plan mit den Schwimminseln keine Bedenken geäußert – Martin Fischer hatte hier im Gemeinderat nachgehakt.

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Josef Demmel freut sich, dass er den Betrieb, den er vor dreieinhalb Jahren übernommen hat, jetzt selbst weiterentwickeln kann. Und er hat noch viele weitere Ideen – etwa eine Wasserski-Anlage, die derzeit noch etwas schwierig zu realisieren ist. Aber er möchte dran bleiben, denn „man muss immer neue Anreize bieten“.

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